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Ausstellungen / Ausstellung Wilhelm Wagenfeld Haus
Do 11.6.2026, 19:00 Uhr
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Ausstellungen | Ausstellung

Die Bauhaus Keramikklasse 1920-1925

Gerhard-Marcks-Haus

Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg, der einzigen noch erhaltenen Werkstatt der legendären Kunstschule. Hier war die Ausstellung bereits im Frühjahr 2025 zu sehen. Es ist das Umfeld, in dem Gerhard Marcks vor 100 Jahren (1920–1925), als Formmeister des Bauhauses wirkte. Aus der Sammlung des Gerhard-Marcks-Hauses sind Leihgaben von Gerhard Marcks (1889–1981), Theodor Bogler (1897–1968), Max Krehan (1875–1925) und Marguerite Friedlaender (1896–1985) zu sehen.
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Marcks und Amerika - Go West

Gerhard-Marcks-Haus

Amerika in all seinen Facetten war für Gerhard Marcks (1889–1981) ein stetiger Bezugspunkt. Schon als Kind schrieb er „Indianer“-Geschichten und träumte vom „Wilden Westen“. Später wurde der Kontinent für ihn greifbarer: Bereits 1931 war er auf der Ausstellung »German Painting and Sculpture« im Museum of Modern Art (MoMA in New York) vertreten und ab 1937 fand er in Curt Valentin einen Galeristen, der sein Werk in Übersee vertrat. Wie viele von Marcks‘ Bekannten hatte dieser Deutschland unter den Nationalsozialisten verlassen müssen. Nach dem Zweiten Weltkrieg reiste Marcks 1950 und 1963 nach Amerika. Er besuchte dort alte Freunde und ließ sich durch Menschen und Landschaft zu Plastiken sowie Zeichnungen und Druckgrafiken inspirieren. Die Ausstellung gibt Einblicke in sein Netzwerk und Freundschaften.
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Soyeon An - 형 – Die Schönheit der Unvollkommenheit

Gerhard-Marcks-Haus

Mit der Ausstellung rückt Soyeon An (geb. 1988) die Formen und Ästhetik der traditionellen koreanischen Keramikkunst in den Mittelpunkt. 형 (Hyeong) ist das koreanische Wort für „Form“, die in dieser Ausstellung besonders betrachtet wird. Anknüpfend an die Gestalt traditionell koreanischer Objekte, wie dem „Moon Jar“ oder den „Totems“ lässt die Künstlerin Formen entstehen, die von Imperfektion und Unvollkommenheit geprägt sind. Ohne Absicht oder Überhöhung offenbart sich eine stille Balance, in der Harmonie und Unregelmäßigkeit selbstverständlich nebeneinander bestehen. In einigen Arbeiten zeigen sich zudem die feinen Linien des „Kintsugi“, der japanischen Tradition zerbrochene Keramik mit Gold oder Silber zu verbinden. Die Brüche werden nicht verborgen, sondern bewusst als „Narben“ hervorgehoben – als stille Spuren von Vergänglichkeit, Wandlung und unbeständiger Schönheit.
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Clémence van Lunen - Kribbelige Unruhe

Gerhard-Marcks-Haus

Großformatig, farbenfroh und spielerisch – die Arbeiten der Bildhauerin Clémence van Lunen (geb. 1959) verbreiten beim Betrachten eine „kribbelige Unruhe“. Ihre Skulpturen beeindrucken durch ihre Monumentalität, eine geknetete, lebendige Oberfläche und eine gewisse humorvolle Rätselhaftigkeit. Aus Keramik formt sie große Werke von scheinbar simplen Dingen wie Vögeln, Blumen, Landschaften oder faltenreichen Vorhängen. Und obwohl sie raumgreifende Volumen jenseits von Gefäßformen schafft, behalten sie den spielerischen Charakter einer Skizze. Dabei lenkt van Lunen nicht ohne Ironie immer wieder den Blick auf den immensen Aufwand und freudigen »Kampf«, den sie betreibt, um ihre Skulpturen, meist in Serien, zu konstruieren. In den 1980er-Jahren arbeitete die Künstlerin hauptsächlich in Holz und Stein. Zu Beginn der 2000er-Jahre wandte sie sich durch Reisen nach China der Keramik zu und gehört heute zu einer Handvoll Bildhauer*innen, die im Grenzbereich zwischen Keramik und Skulptur arbeiten. Für die Belgierin, die in Frankreich lebt, ist es die erste Präsentation in Deutschland. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Keramis – Centre de la Céramique in La Louvière (Belgien), gefördert durch den Freundeskreis des Gerhard-Marcks-Hauses e. V. Zur Ausstellung ist ein dreisprachiger Katalog erschienen.
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Keine Freundin von …

Gerhard-Marcks-Haus

Heute noch wird mit einer großen Selbstverständlichkeit die (falsche) Aussage wiederholt, Künstlerinnen und besonders Bildhauerinnen habe es bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum gegeben. Käthe Kollwitz, Renée Sintenis und Milly Steger u. a. werden als Bildhauerinnen gemeinsam mit ihren malenden Kolleginnen wie Paula Modersohn-Becker, Sophie Taeuber-Arp und Gabriele Münter als »solitäre Erscheinungen« in den Ausstellungen gezeigt. Häufig in enger Verbindung mit ihren kunstschaffenden Ehemännern und Freunden. Die Kabinettausstellung »Keine Freundin von…« im Gerhard-Marcks-Haus widmet sich einer Gruppe von Bildhauerinnen losgelöst von ihren sozialen und familiären Netzwerken. Ausgangspunkt ist dabei die Bildhauerin Hanna Koschinsky (1884-1939), die mit ihren Plastiken am Puls der zeitgenössischen Entwicklungen war, an europäischen Hotspots der Bildhauerei erfolgreich ausstellte und arbeitete – und trotzdem heute als unbekannt gilt. »Keine Freundin von…« macht Bildhauerinnen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts sichtbar, deren Arbeiten zeitgenössische Beachtung fanden und unverdient in Vergessenheit gerieten.
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Bettina Thierig

Gerhard-Marcks-Haus

Indem die Bildhauerin Bettina Thierig (geb. 1964) Naturbeobachtung, wissenschaftliche Ordnungssysteme und künstlerische Intuition zusammenführt, schafft sie Arbeiten, die gleichermaßen sinnlich erfahrbar sind und zum Nachdenken über das Verhältnis von Mensch, Umwelt und Wissenschaft einladen. Ihre Steinskulpturen sind zurückhaltend im Gestus und fordern durch ihre starke Präsenz zu einem Dialog mit der eigenen Körperlichkeit auf. Auch in ihren Papierarbeiten ist die künstlerische Forschungsarbeit sichtbar. Seit mehreren Jahren widmet sich Thierig der Anatomie der Bienen. Im Besonderen hat sie dabei deren Flügel mithilfe des Mikroskops ins Visier genommen und davon detaillierte Aufnahmen angefertigt. Anschließend arrangiert sie die Strukturen frei und assoziativ neu auf Papier. Zu sehen sind außerdem Linoleumdrucke, die sich mit Bodenerde und deren Lebewesen beschäftigen. (Bild: Bettina Thierig, Collage: „Collembola in Blau“, 2025, Papier auf Papier)
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Olaf Brzeski

Gerhard-Marcks-Haus

Erstmals in Deutschland zeigt das Gerhard-Marcks-Haus eine Einzelausstellung des Bildhauers, Zeichners und Filmemachers Olaf Brzeski (geb. 1975). Der Künstler nutzt verschiedene Medien, um Geschichten zu erzählen: über sein Leben, seine Ängste, Träume und Visionen. Dabei verbindet er mit großer Leichtigkeit Popkultur, obskure tibetische Mythen und Privates. Brzeski arbeitet in unterschiedlichen Modi und Techniken, die er jedes Mal neu ergründet, mal massiv, mal leicht, fast zeichnend im Raum. Ebenso variiert er den Maßstab seiner Arbeiten, sodass sich Besucher*innen auf sehr unterschiedliche Seherfahrungen freuen können. Der englische Titel der Ausstellung »Feast« kann sowohl Substantiv als auch Verb sein und verbindet all die Aspekte, die dem Künstler wichtig sind. Augenweide, Bewirten, Ergötzen, (ausschweifend) Feier(n), (ein) Festmahl (bereiten), Schwelgen. Kurz: ein vielseitiges visuelles Festmahl.
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Olaf Brezski

Gerhard-Marcks-Haus

Olaf Brzeski erzählt Geschichten mithilfe von Film, Zeichnung und Skulptur. Seine Kunstwerke haben oft einen alltäglichen Anlass, wie etwa eine durch den Raum kreisende Fliege, die er dann in eine Skulptur umsetzt, oder kommen umgekehrt aus tiefem Unterbewussten, wenn er die Begegunungen in seinen Träumen zum Ausgangspunkt für seine Filme macht. Dabei nutzt und mischt er mit großer Selbstverständlichkeit viele Bildtraditionen zwischen Kunstgeschichte und zeitgenössischer Medienwelt. (Bild: Olaf Brzeski, Sonia, 2023, ceramic)

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