Theater Konstanz: Großes Programm in drei Spielstätten
Das Theater Konstanz ist die älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands. Seit 1607 wird in dem ehemaligen Gymnasium des Jesuitenklosters Theater gespielt. Neben dem Stadttheater gibt es zwei weitere feste Spielstätten: die Spiegelhalle unten am Hafen – der Spielort für junges und experimentelles Theater, sowie die Werkstattbühne – wo das Publikum ganz nah dran ist und berührende Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben kann. Hinzu kommt das Münsterplatz Open Air, bei dem jeden Sommer bekannte Theaterstücke, wie "Ein Sommernachtstraum" oder "Die Dreigroschenoper" auf einer Freilichtbühne vor der imposanten Kulisse des Konstanzer Münsters inszeniert werden.
Gezeigt wird im Theater Konstanz eine Mischung aus klassischem Theater und neuen Formaten. Von Kammerspiel, Schauspiel, Musical, Kinder- und Jugendstücken bis zu mobilen Theaterabenteuern wird ein breites Spektrum in allen Genres geboten. Seit der Spielzeit 2020/21 ist Karin Becker Intendantin des Theater Konstanz.
Wehklagen und Verzweiflung erklingen im Hafen von Neapel und durchschneiden die von Geschäftigkeit, Möwengeschrei, vom Kommen und Gehen, Lachen und Streiten erfüllte Szenerie. Die Quelle der Störung ist ebenso wenig zu übersehen, wie zu überhören: Im Minutentakt halten Limousinen am Landungssteg des Ozeandampfers Gloria N und allmählich versammelt sich eine ungeheure Prominenz. Dort reicht der Intendant der Wiener Oper dem weltberühmten Maestro Albertini die Hand, weiter hinten ergießt sich die große Sopranistin Cuffari in ein markerschütterndes Lamento. Die versammelte Gemeinschaft trägt Trauer, doch statt stiller Andacht gleicht das Bild einem Spektakel. Blitzlichtgewitter, an Geschmacklosigkeit grenzende Extravaganz – kein Zweifel, hier wird nicht der Verlust eines gewöhnlichen Menschen beklagt! Weggefährt*innen, Neider*innen, Liebhaber*innen, die eingebildete Elite aus Kunst, Adel, Geld und Politik – alle sind gekommen, um der unsterblichen Operndiva Edmea Tetua das letzte Geleit zu geben und ihre Asche im Meer zu verstreuen.
Etwas abseits des Geschehens winkt der Journalist Orlando, der uns als Chronist mit an Bord der Gloria N nimmt und in die Trauergemeinschaft einführt. Welche Lücke hinterlässt die größte Diva aller Zeiten bei diesen Menschen, die immerzu auf die eigene Inszenierung, die performative Vermarktung einer echten oder rentablen Gefühlsregung bedacht sind, bei denen selbst Trauer zum Wettstreit wird? Als wäre die Unterscheidung von Sein und Schein nicht schwer genug, drängen sich im Verlauf der grotesken Trauerfahrt immer mehr Träume in den Vordergrund und auch die unsterbliche Edmea Tetua verlangt nach ihrem großen Auftritt im Rampenlicht.
„Das Schiff der Träume“ nach dem Drehbuch von Federico Fellini wurde als Theaterstoff in einem für die Theaterlandschaft einzigartigen partizipativen Prozess ausgewählt. Unter dem Namen „Rollenwandel“ haben sich abteilungsübergreifend Mitarbeiter*innen des Theaters Konstanz zusammengeschlossen und als Kollektiv den Theaterstoff, die Regie und die Position für das Bühnen- und Kostümbild kuratiert. Unter „Rollenwandel“ versteht sich der Versuch, traditionell hierarchisch geprägte Strukturen des Theaterbetriebs aufzubrechen und in einem pluralen, demokratischen und nachhaltigen Veränderungsprozess weiterzuentwickeln.
Die für die Regie ausgewählte Regisseurin Annika Schäfer, der Bühnen- und Kostümbildner Tom Schellmann und das Rollenwandel-Ensemble nehmen Fellinis Filmklassiker als Folie für eine opulente Traum- und Trauerreise, in der Sehnsüchte, die Liebe zur Kunst und Musik, aber auch die Opfer, die das Künstler*innen-Leben erfordert, lustvoll-spielerisch und mit viel Musik erkundet werden.
Regie: Annika Schäfer Bühne & Kostüme Tom Schellmann
Dramaturgie: Hauke Pockrandt
Mit: Michaela Allendorf, Anna Lisa Grebe, Ulrich Hoppe, Odo Jergitsch, Leonard Meschter, Jonas Pätzold
Termine
Sa 30.5.2026, 20:00 | Premiere
So 31.5.2026, 20:00
Di 2.6.2026, 20:00und weitere Termine
Mi 3.6.2026, 15:00
Fr 5.6.2026, 19:30
Sa 6.6.2026, 20:00
Di 9.6.2026, 19:30
Mi 10.6.2026, 15:00
Fr 12.6.2026, 19:30
Mi 17.6.2026, 20:00
Do 18.6.2026, 20:00
Fr 19.6.2026, 19:30
So 21.6.2026, 18:00
Mi 24.6.2026, 20:00
Bewertungen & Berichte Rollenwandel: Schiff der Träume
Schauspiel
Münsterplatz Open Air 2026:
Leonce und Lena
Premiere: 13.6.2026
Eine Space Opera
nach dem Lustspiel von Georg Büchner in einer Bearbeitung von Ekat Cordes (Text & Songtexte) und Anton Berman (Musik)
Mit „Leonce und Lena“ nahm Georg Büchner die Kleinstaaterei seiner Zeit auf die Schippe. Regisseur und Autor Ekat Cordes spielt lustvoll mit dem Büchnerschen Kosmos und verlegt dessen Komödie kurzerhand ins Universum. Befinden wir uns in einer weit entfernten Vergangenheit oder in der nahen Zukunft? Leonce und Lena sind in Ekat Cordes‘ Bearbeitung zwei menschlich anmutende Androide in einer multigalaktischen Welt; die Reiche Pipi und Popo zwei Multitechunternehmen, deren Herrscher*innen Königin Petra und König Peter über die Köpfe ihrer beiden Vorzeigeprodukte hinweg eine Fusion planen. Ihr Ziel: noch mehr Profit und Macht. Was ihre Fusionspläne in dieser smarten neuen Welt stören könnte, sind Gefühle und eigenständige Gedanken. Und genau das, was tunlichst vermieden werden soll, geschieht: Leonce und Lena erfahren von den Fusionsplänen, entfliehen diesem fremd bestimmten Leben in vorgezeichneten Bahnen und wählen unabhängig voneinander den Planeten Italo als Ziel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre Wege kreuzen werden und Amor dazwischen funkt …
Nach dem fulminanten „Sommernachtstraum“ im Sommer 2024 erzählt das Team um Regisseur Ekat Cordes in der diesjährigen Open Air Produktion Georg Büchners märchenhaftes Lustspiel fantasie- und anspielungsreich als Liebesgeschichte wider Willen mit Herzschmerz, italienischem Flair, einem Schuss Star Trek und viel Musik.
Regie & Sounddesign: Ekat Cordes
Bühne & Kostüme: Anike Sedello
Musik: Anton Berman
Musikalische Einstudierung: Rudolf Hartmann
Vocal Coaching: Gary Peinke
Choreografie: Sean Stephens
Dramaturgie: Carola von Gradulewski
Mit: Patrick O. Beck, Julius Engelbach, Katrin Huke, Thomas Fritz Jung, Kristina Lotta Kahlert, Maria Lehberg, Mark Harvey Mühlemann, Zoubeida Ben Salah
Statisterie Fabian Burigana, Julia Burkhardt, Patrick Degen, Anna Egenolf, Svea Fer, Marissa Glauner, Boris Griener, Amelie Hohnhaus, Klaus Schiemann, Sandra Sigg
Termine
Sa 13.6.2026, 19:00 | Premiere
Fr 19.6.2026, 19:00
Sa 20.6.2026, 19:00und weitere Termine
Di 23.6.2026, 19:00
Mi 24.6.2026, 19:00
Do 25.6.2026, 19:00
Sa 27.6.2026, 19:00
So 28.6.2026, 19:00
Mo 29.6.2026, 19:00
Do 2.7.2026, 19:00
Sa 4.7.2026, 19:00
Mo 6.7.2026, 19:00
Mi 8.7.2026, 19:00
Fr 10.7.2026, 19:00
Sa 11.7.2026, 19:00
So 12.7.2026, 19:00
Do 16.7.2026, 19:00
Fr 17.7.2026, 19:00
Sa 18.7.2026, 19:00
Di 21.7.2026, 19:00
Mi 22.7.2026, 19:00
Do 23.7.2026, 19:00
Sa 25.7.2026, 19:00 | letzte Aufführung!
Münsterplatz Open Air 2026:
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Bewertungen & Berichte Münsterplatz Open Air 2026:
Leonce und Lena
Kinderprogramm
FerienTheaterWerkstatt
In den Pfingstferien laden wir alle spielwütigen Kinder ab 7 Jahren zu unserer intensiven Theaterwerkstatt ein. Vier Tage lang – Schauspielerei und Theaterspiele! Gemeinsam entwickeln und erfinden wir spannende Geschichten, die im Rahmen einer kleinen internen Präsentation aufgeführt werden. Willkommen sind alle Schüler*innen zwischen sieben und zehn Jahren.
Ensemblemitglieder und Dramaturg*innen bringen drei zeitgenössische Theatertexte ins Café Wessenberg mit, um diese gemeinsam bei Tee und Torten zu lesen. Dabei sind Sie gefragt: Welcher Text interessiert Sie, welcher weniger?
Mit Alicia Bischoff, Florian Rummel, Sylvana Schneider
Moderation Meike Sasse
Theaterstück nach dem Roman von Erich Kästner / Gastspiel
Eine Schultheaterproduktion der Berchenschule Konstanz, Theaterkooperation Klasse 6
Emil reist allein mit dem Zug nach Berlin, um seine Großmutter zu besuchen, er trägt dabei eine größere Geldsumme bei sich, die er sorgfältig bewachen soll. Im Zug lernt er einen freundlichen Mann kennen, doch als Emil einschläft, ist das Geld weg. Nach der Ankunft in Berlin nimmt Emil die Verfolgung des Diebes auf. Dabei trifft er auf eine Gruppe hilfsbereiter Kinder, die mit ihm einen Plan schmieden, um das Geld zurückzubekommen.
Regie Magdalene Schaefer und Stefan Förster
Mit Anka, Alessio, Lana, Hana, Darius, Volkan, Damiano, Safa, Alina, Vala, Giselle, Juri, Olti, Maximilian, Francesco, Lian, Dea, Nico, Lee und Tayler
Gefördert durch den Lions Club
Begrenzte Plätze: Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag.
Ein Häuschen am Meer! Was für ein wunderbarer Gedanke, darin zu wohnen. Allerdings haben sich Herr Goldbeutel und Herr Pfefferkorn dieses Erlebnis irgendwie anders vorgestellt. Beide haben einen Kaufvertrag für dasselbe Haus unterschrieben und bezahlt. Und stehen sich jetzt unverhofft genau dort gegenüber. Während Herr Pfefferkorn in Begleitung eines Eichhörnchens namens Badesalz mit nur einem Koffer einzieht, verbarrikadiert sich Herr Goldbeutel hinter einer Unmenge Möbel. Die Probleme sind vorprogrammiert. Wer braucht wie viel Platz? Wem gehört nun das Haus? Ist so ein friedliches Zusammenleben überhaupt denkbar? Und: Wo ist eigentlich das Meer?
Milan Gather inszeniert dieses herrlich absurde Stück mit viel Humor und Empathie. Dabei nimmt er die beiden Herren genau unter die Lupe und schaut, wie sich das Aufeinandertreffen von zwei unterschiedlichen Lebensstilen auf das jeweilige Verständnis von Besitz, Neid und Solidarität auswirkt.
Regie Milan Gather Bühne & Kostüme Phin Mindner Musik Jonas Bolle
Dramaturgie Annika Hilger
Mit Jana Alexia Rödiger, Sylvana Schneider
Termine
So 14.6.2026, 15:00
Di 16.6.2026, 10:00 | Schulvorstellung
Mi 17.6.2026, 10:00 | Schulvorstellung
Endlich können Hazel und Robin ihren Lebensabend nach der wohlverdienten Pensionierung genießen. Dafür ist das Ehepaar in ein kleines Häuschen direkt am Meer gezogen. Doch die Idylle trügt. In ihrem ehemaligen Arbeitsort, einem nahegelegenen Atomkraftwerk, hat ein Erdbeben samt Flutwelle zum Super-GAU geführt. Anstelle eines beschaulichen Ruhestandes mit auskömmlicher Rente ist ihre Perspektive nun ein Leben nahe einer Sperrzone mit Stromrationierung sowie Wasser- und Nahrungsmittelknappheit. Als dann auch noch Rose, eine Exfreundin von Robin und frühere Arbeitskollegin der beiden, mit einem gewagten Plan vor der Tür steht, droht das Lebenskonzept des Paares komplett aus den Fugen zu geraten: Rose will sich ihrer Verantwortung stellen und fordert die beiden dazu auf, sich ihr anzuschließen.
Ensemblemitglied Patrick O. Beck inszeniert Kirkwoods spannungsvollen Thriller und setzt sich mit der Frage nach Schuld und Verantwortung auseinander.
Regie: Patrick O. Beck
Dramaturgie: Hauke Pockrandt
Bühne & Kostüme: Andreas L. Mayer
Mit: Michaela Allendorf, Ulrich Hoppe, Jana Alexia Rödiger
Eigenproduktion der TheaterAG des Ellenrieder Gymnasiums / Gastspiel
Ein Schiff, zehn Jugendliche - auf dem Weg nach Nordwest. Keiner wollte auf diese Abenteuerreise, doch jetzt sind sie mittendrin. Eine ominöse Macht – Ultra- gibt ihnen eine Mission: Sie sollen sich auf den Weg zum Schlaraffenland machen. Der Wind trägt sie in gefährliche Abenteuer und sie werden immer wieder auf die Probe gestellt. Im Schlaraffenland erfüllen sich dann alle Wünsche, was schnell langweilig wird: Alles wiederholt sich, perfekt wird normal und glücklich macht es nicht. Was bedeutet es, glücklich zu sein? Mit dieser Frage setzen sich die Jugendlichen in ihrem Stück auseinander.
Mit Marc Büttner, Emma D’Alfonso, Ada Dietz, Bela Hackenfort, Horesh Harel, Svea Langweg, Eloise Lee, Emelie Mai, Mathilda Nippgen, Greta Schneider
Spielleitung Heike Kienle-Weber
Preise regulär 9 € / ermäßigt 30 % auf den Vollpreis
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Fest
Weltgeflüchtetentag 2026
Aktionstag städischer Institutionen, Initiativen und Vereine
Eine Vielzahl an Initiativen, Vereinen und städtischen Institutionen haben sich zusammengeschlossen, um an diesem Aktionstag solidarisch auf die Stärke, den Mut und die Entschlossenheit von Geflüchteten und ihre Situation aufmerksam zu machen.
Mehr Informationen zu den Veranstaltungen des Weltgeflüchtetentags finden Sie in Kürze unter theaterkonstanz.de/gefluechtetentag
Schirmherrschaft Oberbürgermeister Uli Burchardt
Abschlussveranstaltung mit Lesung des Ensembles, Gesprächen und dem interkulturellen Tanztheater:
Begrenzte Plätze: Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag
SÜDKURIER Mittagstreff: Heimat Hafner - Wie kann es gelingen?
Eine Veranstaltung des SÜDKURIER
Am Rand von Wollmatingen entsteht die größte Stadterweiterung, die Konstanz seit Jahrzehnten erlebt. Bis zu 6000 Menschen sollen dort wohnen, wo jetzt noch Wiesen und Äcker sind. Doch was braucht es, um aus einem Stadtteil ein lebendiges, sozial funktionierendes Quartier zu machen? Wie sehen Wohnen, Energieversorgung, Mobilität und Zusammenleben der Zukunft aus? Was kann, was muss die Verwaltung dazu beitragen, was liegt in der Verantwortung und Gestaltungsmacht der Bürgerinnen und Bürger? Alle Ideen und Wünsche sind beim SÜDKURIER-Stadtgespräch willkommen, damit „Heimat Hafner“ kein leeres Schlagwort bleibt.
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Treff
LET‘S ALLY FORUM
LET'S ALLY. LET'S MEET.
Jedes Jahr veranstaltet das Theater Konstanz ein Festival zur kulturellen Teilhabe. Dieses Jahr möchten wir uns mit Formen des Zusammenkommens und der Gemeinschaft von einem intersektionalen und barrierefreien Ansatz aus beschäftigen. Das bedeutet, dass wir Geschlecht, Herkunft, Alter, Behinderung und viele andere Lebensrealitäten nicht voneinander getrennt betrachten möchten, sondern in ihrem Zusammenspiel. Mit Lesungen, Gesprächen, Workshops und einem Gastspiel laden wir euch ein, zu fragen, was Räume brauchen, damit sich alle eingeladen und wohl fühlen. Kommt vorbei. Kommt zusammen!
Zum LET’S ALLY FORUM wird am 26.06.26 die Inszenierung „Der Kirschgarten“ des Regie- und Choreografieteams Henri Hüster und Bea Carolina Remark gespielt. Am 28.06.26 zeigen wir auch „Leonce und Lena“ von Ekat Cordes auf dem Münsterplatz. Beide Inszenierungen finden mit Tastführung und Audiodeskription statt, die über veranstaltungen@hoermal-audio.org buchbar sind.
Im Rahmen von LET’S ALLY FORUM zeigen wir außerdem das Gastspiel „mir wäre so wohl wenn wir zusammenkommen könnten“ von Cie BewegGrund und Michael Fehr.
Bei Fragen oder individuellen Anliegen können Sie sich vorab an uns wenden: E-Mail letsally@konstanz.de
Der alte Kirschgarten steht in voller Blüte. Alles scheint noch einmal zu erstrahlen, bevor es vergeht. Eine neue Zeit hat längst begonnen, doch Ranéwskaja und ihre Familie verharren in den Bewegungsmustern einer Welt, die es so nicht mehr gibt. Sie wissen um die veränderten Umstände. Und handeln doch nicht danach. Sie spüren, dass ihr Lebensentwurf brüchig geworden ist und machen dennoch weiter wie bisher. Verschwenderisch. Haltlos. Als ließe sich Stillstand gegen Veränderung verteidigen. Selbst die Natur entzieht ihnen den Boden: Nachtfröste im Mai zerstören die Ernte, das Gut steht vor dem Ruin. Lopachins radikaler Vorschlag, den Kirschgarten zu roden und zu parzellieren, kollidiert mit Ranéwskajas Weigerung, sich der Realität zu stellen. Unter dem Klang fallender Bäume zerbricht nicht nur Besitz, sondern Identität.
Henri Hüster und Bea Carolina Remark lesen Tschechows Stück als körperlichen Ausnahmezustand. Ihr Zugriff denkt vom Bewegungsimpuls her: Was geschieht, wenn soziale Gewissheiten kippen? Wenn Körper ins Taumeln geraten? Zwischen Erstarrung und Aufbruch entsteht ein Raum, in dem das Alte bereits verschwunden ist, das Neue jedoch noch keinen Körper gefunden hat. Ein Schwebezustand voller Wucht.
Regie & Choreografie: Henri Hüster & Bea Carolina Remark Bühne & Kostüme Chiara Mizaikoff
Dramaturgie: Meike Sasse
Mit: Ingo Biermann, Jan Dziobek, Anna Eger, Anna Lisa Grebe, Nora Krohm, Leonard Meschter, Florian Rummel
Im Rahmen des Bodenseefestivals 2026 „in Bewegung“
Wir starten in den Festivaltag mit der Eröffnung und einem gemeinsamen Frühstück. Bring Deine Lieblings-Frühstücksnacks, eine Picknickdecke und ein paar liebe Menschen mit. An unserer Bar könnt Ihr auch Getränke erwerben und es Euch bei gutem Wetter in unserem Festivalgarten gemütlich machen - ganz nach dem Motto: Let's Ally, Let's Meet!
Festivalgarten
In unserem Festivalgarten könnt Ihr Euch ausruhen, mit anderen ins Gespräch kommen, über das gerade Erlebte nachdenken oder an einem der Stände vorbeischauen.
Nagellack, Klebetattoos & Seifenblasen
Weil ein Sommerfestival auch zum Spielen und Ausprobieren da ist, könnt Ihr Euch hier mit Nagellack und Klebetattoos schmücken oder einfach Seifenblasen in die Luft schicken.
Austauschplatz
Am Austauschplatz könnt Ihr Euch Impulse holen, um miteinander ins Gespräch zu kommen: über das gerade Erlebte, über das was Euch bewegt, oder auch über das Wetter. Theaterpädagogin Christin Schmidt hat ein Format vorbereitet, das Ihr ganz selbstständig durchführen könnt und das vielleicht auch gleich eine neue Bekanntschaft mit sich bringt oder eine schon bekannte Person in einem neuen Licht zeigt.
Pflanzentausch- & Spendenbörse
Ihr habt einen Ableger übrig oder sucht Zuwachs für Euer Zuhause? Dann seid Ihr hier genau richtig. Bringt Eure Pflanzen mit und tauscht oder verschenkt sie an andere Gartenbegeisterte. Zu bestimmten Zeiten ist außerdem ein*e Pflanzenexpert*in vor Ort und beantwortet Eure Fragen rund ums grüne Gedeihen. Wer eine Pflanze für die Neugestaltung unseres Foyers spenden möchte, ist herzlich eingeladen – und darf ihr natürlich auch einen Namen geben.
Tastbuchlesungen
Tastbücher sind Bücher, die nicht nur gelesen, sondern auch ertastet werden. Sie sind nicht nur in Brailleschrift bzw. Punktschrift und Schwarzschrift geschrieben, sondern haben auch eingenähte Materialien, Strukturen und Oberflächen, die Geschichten erlebbar machen. An mehreren Terminen über den Vor- und Mittag verteilt stellen wir Tastbücher vor und lesen gemeinsam daraus.
Awarenesszelt
Am Awarenesszelt findet Ihr immer jemanden von unserem Awarenessteam. Das Team kann Euch weiterhelfen, wenn Ihr Euch unwohl fühlt, eine unangenehme Situation erlebt oder beobachtet habt oder Unterstützung braucht.
Workshop von Hope Human Rights e.V. mit Gesang, Tanz und Theater
Hope Human Rights e.V. bringt Menschen zusammen: mit Tanz, Theater und Gesang, mit Mut-Momenten und Geschichten, die verbinden. Dieser Workshop braucht keine Vorkenntnisse – nur Neugier aufeinander und gemütliche Kleidung, in der ihr euch wohlfühlt und gut bewegen könnt. Der Workshop ist offen für alle Menschen, unabhängig von Alter, Erfahrung oder Körper – come as you are.
Mit Tanja Jäckel, Tarik Kapic, Gerrit Stenzel
Dauer 60 min.
Eintritt frei
Begrenzte Plätze: Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag vor Ort erhältlich
Seit Januar trifft sich einmal pro Woche der inklusive SpielClub mit dem schönen Namen Wellenbrecher-Club im Foyer der Spiegelhalle, um gemeinsam zu proben, sich zu erproben, gemeinsam zu erfinden und zu entwickeln. Premiere feiern sie am 18. Juli 2026 um 20 Uhr mit dem Stück „Die letzte Kommune“ von Peter Lund. Für das LET’S ALLY FORUM öffnen sie zum ersten Mal diesen Prozess für Publikum und geben kurze Einblicke in ihre Probenarbeit.
Mit Magdalene Schäfer, Annette Vietor und den Beteiligten des WellenbrecherClubs
Der WellenbrecherClub wird ermöglicht durch die Unterstützung von Herrn Christoph Ertl.
Ein Mitmachformat inklusive Mini-Performance mit Micha Stuhlmann - Laboratorium für Artenschutz
Der Workshop ist Teil von DA.SEIN, der neuen Produktion des Laboratoriums für Artenschutz – entwickelt in einem kollektiven Forschungsprozess mit 15 Performer*innen, die gemeinsam erkundet haben, was es bedeutet, berührbar zu sein. Der Workshop gibt Dir die Möglichkeit, Methoden aus der Performance kennenzulernen:
Ein Raum. Menschen. Und die Frage, wie nah wollen wir uns kommen? Im Rahmen des Festivals Let’s Ally öffnet sich DA.SEIN als geteilter Erfahrungs- und Gestaltungsraum. Alltägliche, vertraute Bewegungs- und Wahrnehmungsimpulse laden ein, Begegnung und Berührung zu erkunden. Nähe wird möglich – und verhandelbar. Du entscheidest selbst, wie weit Du gehst: beobachten, ausprobieren oder aktiv teilnehmen. Im Anschluss entsteht aus den gemeinsamen Erfahrungen eine kurze Mini-Performance. Was zuvor erlebt wurde, zeigt sich noch einmal – verdichtet, überraschend und offen. Es geht um Berührung. Um Grenzen. Um Entscheidung. Um Resonanz. Kein richtig, kein falsch. Nur DA.SEIN.
Die Performance “DA.SEIN” feiert am 26. Juni 2026 Premiere im Kulturhaus Apollo in Kreuzlingen.
Mit Micha Stuhlmann
Dauer 2h
Eintritt frei
Begrenzte Plätze: Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag.
Was braucht es, um einen Raum für alle zu schaffen? Ein Dritter Ort ist kein Zuhause und kein Arbeitsplatz, sondern ein Ort, an dem Menschen einfach zusammenkommen können: offen, ohne Konsumzwang, ohne Eintrittsbarriere. Das Theater Konstanz möchte sein Foyer nach und nach zu einem solchen Ort werden lassen – einem Raum, der zur Begegnung, Austausch und Zugehörigkeit einlädt und das nicht nur vor einer Vorstellung. Beim Long Table Talk setzen wir uns gemeinsam an einen langen Tisch und sprechen miteinander: kein Podium, keine Expert*innen – alle können Platz nehmen, alle können reden, alle können zuhören. Was braucht es, damit sich wirklich alle willkommen fühlen?
Ein Abend mit Tanz, Text und Sound von Cie BewegGrund & Michael Fehr / Gastspiel
Das grausigste Tier hat kein Fell und keine Federn, ist rastlos und gelangweilt. Es küsst, es heiratet, es rebelliert, es zerstört. Es braucht sehr viel Liebe und noch viel mehr. Auf der Bühne stehen drei Tänzer*innen und ein Poet, alle ganz unterschiedlich und doch alle vier gleich. Begleitet von perkussiver Live-Musik unternehmen sie – mal zart, mal ungestüm – eine Reise zu den Abgründen der Menschheit.
Mit Michael Fehr, Gianna Grünig, Dawit Seto Gobeze, Lukas Schwander
Preise regulär 10 € / ermäßigt 30 % Rabatt auf den Vollpreis
Dauer 40 Minuten
Gastspiel mit freundlicher Unterstützung von:
Kultur Stadt Bern; SWISSLOS – Kultur Kanton Bern; Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung
mir wäre so wohl wenn wir zusammenkommen könnten bewerten:
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Bewertungen & Berichte mir wäre so wohl wenn wir zusammenkommen könnten
Party
Party für alle
Der Abend gehört uns und in der Spiegelhalle lassen wir ihn ausklingen: mit einem DJ, mit Subwoofern, die den Boden zum Beben bringen, und mit Musik, die man spürt. Tanzt, wie ihr wollt, ob ausgelassen oder verträumt, wild oder sachte, mit den Armen, den Füßen oder einfach im Sitzen. Alle Generationen, alle Arten zu tanzen sind herzlich willkommen – und niemand muss Angst haben, etwas zu verpassen. Die Party ist kurz genug, um dabei zu sein. Wer für den Abend noch ein besonderes Outfit aus dem Rucksack holen möchte, oder wer lieber nicht in voller Festivalmontur Bus fährt: vor Ort gibt es die Möglichkeit, sich umzuziehen.
Preise regulär 5 € / ermäßigt 30 % Rabatt auf den Vollpreis
Dauer 90 Minuten
Das Abenteuer ist noch nicht vorbei! Im ersten Teil der Geschichte wurde das unheimliche Wesen – der Feuervogel – entdeckt. Nun muss er gefunden und gefangen werden. Kein einfacher Auftrag, denn das Haus des Feuervogels ist weit und der Weg sehr gefährlich …
Leitung: Denny Renco
Mitarbeit: Margit Schlenker
Ausstattung: Paula Gschlecht
Preise regulär 10 € / ermäßigt 30 % auf den Vollpreis / für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren 50 % auf den Vollpreis
Bewertungen & Berichte Der Feuervogel – die Reise geht weiter
Spielzeitfrühstück Nr. 19
Der unterhaltsame Talk mit Intendantin Karin Becker
Intendantin Karin Becker lädt gemeinsam mit ihren Gäst*innen das Publikum zu einer neuen Ausgabe des Spielzeitfrühstücks ein. Das letzte Spielzeitfrühstück der Spielzeit findet traditionsgemäß immer auf dem Münsterplatz statt. Dieses Jahr gibt es eine weitere Besonderheit: Erfahren Sie bei Kaffee und Croissant wie die nächste Spielzeit (5,7 MB) aussieht, vorgestellt von den Dramaturg*innen des Theater Konstanz, mit Anekdoten und kleinen Überraschungen.
Mit Karin Becker, Rudolf Hartmann & weiteren Gästen
Begrenzte Plätze Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag.
Für den letzten vollMond öffnet sich das Foyer der Spiegelhalle als Schauplatz eines Dinners. Serviert werden Texte und Dialoge zum Miteinander und Gegeneinander, zum Weltuntergang und zum Warten im Allgemeinen. Seien Sie Gast, lassen Sie sich das Menü präsentieren und beobachten Sie, was sich an Ihrem Nachbartisch zuträgt.
Mit Anna Lisa Grebe, Ingo Biermann, Sylvana Schneider
Küche und Service Franziska Bausch, Sebastian Bruck
Preise regulär 10 € / ermäßigt 30 % auf den Vollpreis
PERSPEKTIVWECHSEL| Kreative Konzepte und nachhaltige Wege im Strafvollzug
Jährlich stattfindende Fachtagung
Einmal im Jahr veranstaltet das Team Theater Hinter Gittern eine mehrtägige Fachtagung. Unter wechselnden Themen wollen wir gemeinsam den Einfluss von Kunst- und Kulturprojekten auf Inhaftierte, Mitarbeitende im Strafvollzug und die Gesellschaft beleuchten. Die Veranstaltung bietet ein vielfältiges Programm aus Impulsvorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und Arbeitskreisen, das Raum für Austausch und neue Perspektiven schafft. Die nächste Fachtagung ist bereits in der Planung und wird vom 02. - 03. Juli 2026 stattfinden. Informationen und Einladungen zu kommenden Fachtagungen werden über unseren Mailverteiler geteilt. Um aufgenommen zu werden, schreiben Sie gerne eine E-Mail an: theaterhintergittern@konstanz.de
Zielgruppen der Fachtagung sind:
● Fachkräfte aus Strafvollzug, Kriminologie, Rechts- und Sozialwissenschaften, Psychologie und Seelsorge
● Vollzugsleitungen und -mitarbeitende
● Kunst- und Kulturschaffende
● Ehemalige Inhaftierte
● Alle Interessierten, die sich mit der Weiterentwicklung des Strafvollzugs auseinandersetzen möchten
Fokusthemen der Fachtagung sind:
● Gefängnis als Lern- und Entwicklungsort
● Kunst und Kultur als Empowerment im Kontext Strafvollzug
● Innovative Praxiskonzepte aus Kunst und Pädagogik
Unser Ziel
Die Fachtagung soll den Diskurs über aktuelle Haftbedingungen und die Bedeutung von Kultur- und Bildungsangeboten stärken. Dabei möchten wir die Chancen auf Resozialisierung und gesellschaftliche Teilhabe für Inhaftierte verbessern und alle Beteiligten zum Mitgestalten einladen. Teilen Sie diese Einladung gerne mit Kolleg*innen oder anderen Interessierten – unsere Tagung lebt vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Über Theater hinter Gittern:
Das Projekt Theater hinter Gittern ist eine Initiative des Theater Konstanz, die seit über acht Jahren mit Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung in mittlerweile fünf Strafvollzugsanstalten theaterpädagogische Arbeit leistet – nachhaltig, erfolgreich und mit gesellschaftlicher Wirkung.
Bewertungen & Berichte Fachtagung | Theater hinter Gittern
Schauspiel
Man kann die Wahrheit nicht erzählen
Tanztheater mit Texten von Ingeborg Bachmann und Max Frisch / Gastspiel
Am 25. Juni 2026 hätte die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann ihren 100. Geburtstag gefeiert. Dieses Tanztheater erkundet, wie sich Ingeborg Bachmann und Max Frisch im Spannungsfeld zwischen Sehnsucht und Unerträglichkeit verlieren, persönlich und literarisch ins Gravitationsfeld des jeweils anderen gerieten und wie die Liebe schließlich an der Wirklichkeit scheitern musste.
Choreografie Judith Geibel Regie Georg Kistner Assistenz Jakob Heim Kostüme Katrin von Strom Tanz Elisa Dey und Levin Mischel Schauspiel Cecilia Amann und Georg Melich
Bewertungen & Berichte Man kann die Wahrheit nicht erzählen
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Theater Konstanz
Verwaltung
Theater Konstanz: Großes Programm in drei Spielstätten
Das Theater Konstanz ist die älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands. Seit 1607 wird in dem ehemaligen Gymnasium des Jesuitenklosters Theater gespielt. Neben dem Stadttheater gibt es zwei weitere feste Spielstätten: die Spiegelhalle unten am Hafen – der Spielort für junges und experimentelles Theater, sowie die Werkstattbühne – wo das Publikum ganz nah dran ist und berührende Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben kann. Hinzu kommt das Münsterplatz Open Air, bei dem jeden Sommer bekannte Theaterstücke, wie "Ein Sommernachtstraum" oder "Die Dreigroschenoper" auf einer Freilichtbühne vor der imposanten Kulisse des Konstanzer Münsters inszeniert werden.
Gezeigt wird im Theater Konstanz eine Mischung aus klassischem Theater und neuen Formaten. Von Kammerspiel, Schauspiel, Musical, Kinder- und Jugendstücken bis zu mobilen Theaterabenteuern wird ein breites Spektrum in allen Genres geboten. Seit der Spielzeit 2020/21 ist Karin Becker Intendantin des Theater Konstanz. Spielstätten Stadttheater (Konzilstraße 11, 78462 Konstanz) Spiegelhalle (Hafenstr. 12, 78462 Konstanz) Werkstatt (Inselgasse 2, 78462 Konstanz)