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Aufführungen / Theater Blaumeier-Atelier
Fr 3.5.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Blaumeier-Atelier
Sa 4.5.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Blaumeier-Atelier
So 5.5.2024, 18:00 Uhr
Aufführungen | Tanz

Happy Nights

Kleines Haus

„Without prostitutes, the world would sink into the darkness of the universe.“ (Camila Sosa Villada) — Welche Bilder tauchen in unseren Köpfen auf, wenn wir an Sexarbeit denken? In ihrer neuen Arbeit taucht die argentinische Schriftstellerin, Theater- und Filmregisseurin Lola Arias in eine Welt voller Tabus und Kontroversen ein. Ein Manager zahlt 250 Euro, um sich in seiner Mittagspause den Penis durchstechen zu lassen; eine Studentin arbeitet als Domina, um ihr Studium zu finanzieren; eine Sexarbeiterin reist jede Woche in eine andere Stadt, um Kunden aus dem ganzen Land zu treffen und ein Trans-Performer bietet von seinem Wohnzimmer aus virtuelle Sexdienste für Kunden an, die dafür bezahlen, ihn zu sehen, ohne gesehen zu werden. In Bremen, zu Zeiten der florierenden Hafenindustrie einst wichtiger Arbeitsplatz für Sexarbeiter:innen, erforscht Lola Arias unser Verhältnis zur Intimität. In immersiven Räumen ist das Publikum eingeladen, Tänzer:innen und Sexarbeiter:innen zu begegnen und mit ihnen über unser Verhältnis zu Sex, Geld, Lust und Schmerz zu reflektieren. “Without prostitutes, the world would sink into the darkness of the universe.” (Camilla Sosa Villada) — What images are conjured up in our heads when we think about sex work? In her new work, Argentinian writer, theatre and film director Lola Arias dives into a world full of taboo and controversy. A manager pays 250 € to have his penis pierced during his lunch break; a student works as a dominatrix to fund her education; a sex worker travels to a different city each week to meet clients from throughout the country; and a trans performer is offering his virtual sex service from his living room, for clients who pay to see him without being seen themselves. In Bremen, once an important workplace for sex workers during the times when the harbour industry was thriving, Lola Arias examines our relationship with intimacy. The audience is invited to enter immersive rooms, to meet dancers and sex workers and reflect with them about our relationships with sex, money, lust, and pain. Regie: Lola Arias Künstlerische Mitarbeit: Alexandra Morales, Andy Zondag Bühne und Kostüme: Irene Ip Musik: Heiko Tubbesing Licht: Joachim Grindel Video: Stefan Korsinsky Dramaturgie: Bibiana Mendes Wir empfehlen den Besuch der Vorstellung ab einem Alter von 16 Jahren. Im Verlauf der Inszenierung kommt es zu expliziten Schilderungen diverser Sexualpraktiken. Die Vorstellung findet in Form einer begehbaren Installation statt, Sitzplätze sind nicht, beziehungsweise nur eingeschränkt vorhanden. Der Bühnenraum ist überwiegend barrierefrei (Türbreite: 90 cm. Gangbreite: 110 - 140cm). Der begehbare Tribünenbereich ist nicht barrierefrei zugänglich, die dort stattfindenden Szenen werden aber per Video projiziert und/oder können über Kopfhörer gehört werden.
Aufführungen | Tanz

Harmonia

Kleines Haus

In „Harmonia“ laden Unusual Symptoms und die ungarische Choreografin Adrienn Hód dazu ein, den menschlichen Körper und seine Bedeutung in Tanz und Gesellschaft neu zu erkunden. Zwischen konzentrierten Erkundungen körperlicher Vielfalt, lustvoller Ausgelassenheit und einer gehörigen Portion Selbstironie hinterfragt ein Ensemble von Tänzer:innen mit und ohne Behinderung die Hierarchien des klassischen Tanzes, aber auch die vermeintlich fortschrittlichen Formen der zeitgenössischen Tanzkunst. Um die ungestörte Aufmerksamkeit des Publikums bittend, werfen sie herkömmliche Vorstellungen vom Körper und der um ihn herum gebauten Strukturen über Bord und machen sich daran, unseren Blick spielerisch neu zu auszurichten. „Harmonia“ wurde 2023 mit dem Rudolf Lábán-Preis für das beste Tanzstück Ungarns ausgezeichnet. Choreografie: Adrienn Hód Künstlerische Mitarbeit: Csaba Molnár Bühne und Kostüme: Anna Lena Grote Musik: Ábris Gryllus Licht: Christian Kemmetmüller Dramaturgie: Gregor Runge Dramaturgische Mitarbeit: Ármin Szabó-Székely Künstlerische Produktionsleitung: Alexandra Morales In Koproduktion mit Trafó House of Contemporary Arts und OFF Foundation. Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz – gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – und das Goethe-Institut Ungarn.
Aufführungen | Schauspiel

REVUE. Über das Sterben der Arten

Theater am Goetheplatz

im Rahmen von Common Ground Draußen. Umsonst. Für alle! „Wish I could be part of that world“ (Arielle) — ​2021: Jeden Tag sterben auf der Welt ca. 150 Tier- und Pflanzenarten endgültig aus. Der Begriff Biodiversität beschreibt heutzutage nicht mehr nur das Konzept biologischer Vielfalt, sondern vor allem einen Zustand, der im Begriff ist, verloren zu gehen. Vergessen, verdrängt, verloren – seit der Mensch auf der Erde wütet, hat sich einiges verändert. Städte wurden errichtet, Wälder gerodet, Lebensräume genommen und vergiftet. Das Aussterben der Arten beschleunigt sich. Das große Verschwinden übertrifft alles, was wir uns vorstellen können. Als choreographische Annäherung an eine nicht-menschliche Welt, öffnet REVUE die Türen für eine Reise in die Vergangenheit. Exemplarisch wird aufgerufen, was längst verschwunden ist. Dabei bewegen sich Körper über einen Laufsteg und versuchen in ihren Bewegungen zu entdecken, was sie mit den ausgestorbenen Arten verbindet. Ein Abend über das Enden und über die Möglichkeit des Neuanfangs. Regie & Bühne: Felix Rothenhäusler Mitarbeit Bühne: Carla Maria Ringleb Kostüme: Elke von Sivers Licht: Norman Plathe-Narr Musik: Jo Flüeler, Moritz Widrig Dramaturgie: Theresa Schlesinger Choreografische Mitarbeit: Andy Zondag
Aufführungen | Schauspiel

Die Erfindung des Jazz im Donbass

Theater am Goetheplatz

aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr in einer Theaterfassung von Armin Petras mit ukrainischem Übertext „Zuerst war alles gut, dann wurde es wie immer.” (Sasha Marianna Salzmann) — Ein Anruf am frühen Morgen aus dem Donbass. Sein Bruder ist verschwunden, Hermann soll sich um dessen Tankstelle kümmern. Er bricht auf zu einer abenteuerlichen Reise, lernt die beiden eigenwilligen Angestellten kennen und verliebt sich in die Buchhalterin Olga. Das weitläufige Industriegebiet des Donezbeckens wird zu einer mysteriösen Landschaft, Hermann findet sich wieder zwischen wilden Hunden, abgefackelten Tanklastern und Orten, die ihm erscheinen wie sinkende Schiffe. Serhij ­Zhadan, im Gebiet Luhansk in der Ostukraine geboren, schreibt Lyrik, Prosa und tritt als Sänger auf, seit den 1990ern zählt er zu den prägenden Stimmen aus Charkiw. 2022 wurde er u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Sein Roman entstand vor dem aktuellen Krieg und der russischen Annexion der Krim, „eine Hymne auf die grausam-verrückte Unterwelt des Postsozialismus“ (Die Zeit), die von Armin Petras in Bremen uraufgeführt wird. Regie: Armin Petras Bühne: Peta Schickart Kostüme: Annette Riedel Musik: Johannes Hofmann Licht: Norman Plathe-Narr Dramaturgie: Stefan Bläske, Klaus Missbach In der Inszenierung sind drei Schüsse zu hören. Bei den ersten beiden Schüssen sind zuvor die Waffen (Pistole und Kanone) auf der Bühne sichtbar. Der dritte Schuss kommt überraschend aus dem Off, ca. 7 Minuten nach dem Kanonenschuss.
Aufführungen | Musiktheater

Macbeth

Theater am Goetheplatz

„Niemals aber, niemals schläft die Seele.“ (Jean-Luc Nancy) — Bluttat um Bluttat säumt seinen Weg zum Thron. Angestachelt von einer rätselhaften Prophezeiung und seiner ehrgeizigen Frau räumt Macbeth zuerst den amtierenden König aus dem Weg, dann folgt jeder andere, der seinen Platz in der ersten Reihe gefährden könnte. Das Morden wird alternativlos, die Not, die Macht zu erhalten, steigert sich zum blindwütigen Wahn, der die Täter schließlich selbst vernichtet. Mit einer Komposition, die sich eng an den blutigen Plot schmiegt und den Raum für die menschlichen Abgründe öffnet, erzählt ­Giuseppe Verdi vom zerstörerischen Sog der Macht und zeichnet das Psychogramm eines Paars, das nicht nur seinen moralischen Kompass verliert, sondern auch seine menschliche Substanz. Regie: Elisabeth Stöppler Bühne: Thilo Ullrich, Raimund Orfeo Voigt Kostüme: Nicole Pleuler Licht: Christian Kemmetmüller Dramaturgie: Brigitte Heusinger, Frederike Krüger In italienischer Sprache mit deutschem Übertext
Aufführungen | Schauspiel

Vor Sonnenaufgang

Theater am Goetheplatz

Premiere: 19.4.2024 „Ganz aufgehen in der Familie, heißt ganz untergehen.“ (Marie von Ebner-Eschenbach) — Vordergründig scheint es gut zu laufen für die Familie Krause: Das Unternehmen ist erfolgreich in die Hände des Schwiegersohns Thomas übergegangen und Martha, eine der beiden Töchter, erwartet ihr erstes Kind. Doch als Thomas’ alter Studienfreund Alfred zu Besuch kommt, offenbaren sich die verborgenen Konflikte, Enttäuschungen und Sehnsüchte der Familienmitglieder. Und die Freunde müssen feststellen, dass sie politisch und menschlich weit auseinandergedriftet sind. Alfred konfrontiert Thomas mit ehemals geteilten Idealen und fragt: Warum erscheinen die Gräben zwischen den politischen Positionen so unüberwindlich? In seiner Überschreibung des berühmten Dramas von Gerhart Hauptmann, dessen Erscheinen 1889 großes Aufsehen erregte, porträtiert der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer eine Familie und zugleich eine Gesellschaft Vereinzelter, die nicht zueinander finden. Regie: Klaus Schumacher Bühne: Katrin Plötzky Kostüme: Karen Simon Musik: Tobias Vethake Licht: Christian Kemmetmüller Dramaturgie: Sonja Szillinsky
Aufführungen | Musiktheater

Salome

Theater am Goetheplatz

Text nach dem Drama von Oscar Wilde in der Übersetzung von Hedwig Lachmann „Wenn du mich liebst, bist du erledigt.“ (Jean-Luc Godard) — Wer ist Salome? Wovon erzählt die Geschichte der jungen Frau, die sich ihren erotischen Tanz vor dem Stiefvater mit einem abgeschlagenen Kopf bezahlen lässt? Warum begehrt sie den Propheten, der den Weltuntergang herbeipredigt und die marode Gesellschaft anprangert? Geht es schlicht um zurückgewiesene Liebe? Einen Ausweg aus einer kaputten Familie? Oder um einen ins Monströse gewendeten Akt der Befreiung? Seit über 2000 Jahren tanzt sich die biblische Salome durch die Kulturgeschichte, an ihrem Körper spiegeln sich immer wieder aufs Neue Ängste und Begierden, Zeit- und Geschlechterfragen. 1891 widmet Oscar Wilde der Ikone weiblicher Macht und Gefährlichkeit ein skandalumwittertes Drama, Richard Strauss kondensiert es wenig später zu einer bild- und klanggewaltigen Seelenlandschaft, die ihre Kraft aus nichts als Blicken speist und in der sich Liebe und Tod auf radikalste Weise verschränken. Regie: Ulrike Schwab Bühne: Rebekka Dornhege Reyes Kostüme: Marina Stefan, Martha Lange, Lena Schmid Licht: Norman Plathe-Narr Dramaturgie: Caroline Scheidegger In deutscher Sprache mit deutschem Übertext
Aufführungen | Oper

Die Dreigroschenoper

Theater am Goetheplatz

„Wenn man einen Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Frösche fragen.“ (Friedrich Merz) — Wenn Räuber tot in den Gassen liegen, der Haifisch seine Zähne zeigt, die Liebe über die Vernunft und das Kapital über die Moral triumphiert, und wenn zu alledem noch der Mond über Soho glänzt, dann sind wir in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Ein Jahrhundertcoup, mit dem der junge Brecht quasi über Nacht weltberühmt wurde. Schon in Zeiten seiner Entstehung Kassenschlager und Kapitalismuskritik in einem. Und heute? Brechts Vergleiche von Kleinkriminellen und Großkapitalisten kursieren in jedem Führungskräfteseminar für hochbezahlte BankmanagerInnen und sorgen für Champagnerlaune. Auch davon lebt der Mensch… Nach Tom Waits’ „Woyzeck“-Musical widmen sich der Regis­seur Klaus Schuma­cher und sein Musikalischer Leiter Tobias Vethake den legendären Songs von Kurt Weill – inspiriert von Jazz, Tango, Blues und Jahrmarktsmusik. Regie: Klaus Schumacher Musikalische Leitung: Tobias Vethake Bühne: Katrin Plötzky Kostüme: Karen Simon Licht: Christian Kemmetmüller Dramaturgie: Regula Schröter
Aufführungen | Tanz

Keine Ahnung

Theater am Goetheplatz

Premiere: 24.5.2024 „Ich – stehe – für – mich.“ (Kim de l’Horizon) — Ein Mensch hat einen Körper, so viel steht fest. Dieser Körper bewegt sich auf eine bestimmte Art. Die Bewegungen, die er ausführt, sind geprägt von Erfahrung, Erziehung, Erinnerung – und von Zuschreibungen. Dieser Körper, der zu diesem Menschen gehört, macht in seinem Leben einiges durch, wird sich verändern, lernt dazu und passt sich an. So weit, so gut. Und weiter? In der Begegnung von Körper und Sprache entsteht ein Spannungsverhältnis. Der Sprechakt überträgt sich in Bewegung und all das Eingespeicherte erhält vielleicht eine ganz neue Bedeutung. So wird der Bühnenraum zum Experimentierfeld. In ihrem Text fragt Autorin Nele Stuhler danach, was es heißen könnte, die eigene Ahnungslosigkeit nicht als Begrenzung zu begreifen, sondern als Grundlage, um der Welt zu begegnen. Choreograf Andy Zondag und Schauspieler:in Jorid Lukaczik nehmen diese Frage und den Text als Ausgangspunkt für ihre Arbeit. Was dabei rauskommt? Keine Ahnung. Mit: Jorid Lukaczik Choreografie: Andy Zondag Bühne und Kostüme: Giulia Paolucci Licht: Anke Lindner Musik: Janis Elias Müller Dramaturgie: Theresa Schlesinger Mehr zum Tanz unter www.theaterbremen.de/tanz
Aufführungen | Tanz

Diamonds

Kleines Haus

Premiere: 18.4.2024 „Love is an action, never simply a feeling.“ (bell hooks) — Verbindungen – zwischen Menschen, Orten, Körpern und Communities – sind ein Thema, das den brasilianischen Choreografen Renan Martins wiederholt umtreibt. Auf lustvolle wie kritische Weise und beeinflusst von seinen persönlichen Erfahrungen als queere Person of Color in Europa, verbindet Renan Martins zeitgenössischen Tanz und musikalische Bezüge mit politischer Reflexion. Nachdem er sich in seinen Ensemblestücken zuletzt mit Clubkultur als kollektiver Praxis beschäftigt hat, richtet er den Blick nun auf das Persönliche. Inspiriert von bell hooks’ Buch All About Love: New Visions beschäftigt sich Renan Martins mit unserem Verhältnis zu Beziehungen und Intimität. Seine neue Arbeit ist ein Tanz von der Trennung zur Verbindung, über eine Gesellschaft, die den Individualismus ständig verstärkt. Doch wenn wir neurologisch so verdrahtet sind, dass wir uns mit anderen verbinden müssen, wie lange können wir es dann ohne Beziehung, ohne Zugehörigkeit, ohne Zusammensein aushalten? Choreografie: Renan Martins Kostüme: Sofie Durnez Musik: Zen Jefferson Dramaturgie: Gregor Runge Choreografische Mitarbeit: Andy Zondag
Aufführungen | Schauspiel

Faust

Kleines Haus

Premiere: 17.5.2024 Ein Projekt von Felix Rothenhäusler und Siegfried W. Maschek „Just gonna stand there and watch me burn? Well, that’s alright, because I like the way it hurts.“ (Eminem, Rihanna) — Trotz seines Alters bleibt er der Ewigstudierende, Forschende, trotz aller Überfütterung der rastlos Stürmende, Drängende. Will wissen, was die Welt zusammenhält. Faust ist der Klassiker der Klassik, ein Text, mit dem man nicht fertig wird. Schauspieler Siegfried W. Maschek hat sich wieder und wieder mit ihm befasst und wird ihn nun sprechen, greifen, den oft zitierten Text. Allein auf der Bühne und dann doch wieder unterstützt oder bedrängt von einer Gruppe, einem Chor, von der Welt, die steigt und fällt. Wer und was spricht da zu uns? Theaterdichter, Geist, Mephisto, Helena, Gretchen: „Meine Ruh ist hin“. Ein Strom der Worte, eine Flut der Bilder. Es will einem schier das Herz verbrennen. Die Schöpfung erschöpft, die Welt überwältigt, voller Informationen und Sensationen. „Der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an.“ Konzept und Regie: Siegfried W. Maschek, Felix Rothenhäusler Licht: Norman Plathe-Narr Dramaturgie: Stefan Bläske
Aufführungen | Schauspiel

Sonne / Luft

Kleines Haus

Premiere: 4.5.2024 „Eine Sekunde hab ich nicht hingesehen und der See hat beschlossen, zu gehen. Er hat sich einfach über Nacht davongemacht.“ (Selma Kay Matter) – Die Sonne spricht, die Luft auch. Sie wüten, könnte man sagen, denn es kriselt auf der Welt. Der Berggletscher schmilzt, der Himmel raucht, die Haut brennt und die Autos in den Straßen brennen auch. Das Klima – eine Katastrophe. So zeichnet Elfriede Jelinek in ihrem Stück den Zustand der Natur und der Menschen, die Verhältnisse der Elemente sowie die Kette der Gewalt und des Konsums: mal in göttlicher Erhabenheit, mal in brennender Wut oder auch mit bitterer Komik, jedenfalls in großer Dringlichkeit. Dabei führt die Sonne im ersten Teil einen Monolog und im zweiten Teil entwickelt die Luft vielstimmige Gedanken: „Doch wer hat die erste Bewegung angeregt, anbewegt, wer hat den ersten Tritt versetzt, dem jetzt rasenden Kreisel?“ Regisseurin Christiane Pohle öffnet diesmal den Vorhang für Jelineks Fantasie eines (strahlenden) Weltuntergangs. Musik: Philipp Haagen Regie: Christiane Pohle Bühne und Kostüme: Dorothee Curio Licht: Daniel Thaden Dramaturgie: Elif Zengin
Aufführungen | Oper

Die Liebe zu den drei Orangen

Theater am Goetheplatz

Premiere: 18.5.2024 Text vom Komponisten nach Carlo Gozzi „Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.“ (Theodor W. Adorno) — Was soll schon dabei herauskommen, wenn Hinz und Kunz ein Theaterstück nach ihrem Geschmack verlangen? Der eine bevorzugt die Katharsis der Tragödie, der andere die Zerstreuung der Komödie, manche lieben das lyrische Drama und wieder andere den Klamauk – und ganz andere wollen am liebsten gar nichts denken. Das Ergebnis kann eigentlich nur das totale Chaos sein – oder eben Theater. Wie im Falle von Prokofjews aberwitzigem Märchen über einen sehr melancholischen Prinzen, der sich in drei Orangen verliebt. Denn hier sollen doch alle auf ihre Kosten kommen. Getreu dem Motto „Mehr ist mehr!“ wird also aufgefahren, was die Trickkiste des Theaters zu bieten hat: Märchen und Masken, Könige und Zauberer, Prinzessinnen und Prinzen, böse Flüche und gute Wünsche, ein bisschen Liebe, ein bisschen Lachen. Und natürlich ein Happy End. Und ganz klar: drei Orangen! Musikalische Leitung: Sasha Yankevych Regie: Frank Hilbrich Bühne: Sebastian Hannak Kostüme: Gabriele Rupprecht Licht: Christian Kemmetmüller Chordirektor: Karl Bernewitz Dramaturgie: Frederike Krüger In deutscher Sprache mit deutschem Übertext
Aufführungen | Musiktheater

Titus (La Clemenza di Tito)

Theater am Goetheplatz

Text von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio „Die Macht kann nicht milde genug aussehen.“ (Jean Paul) — Eine Geschichte zwischen Macht, Ohnmacht und Ermächtigung, eine Ambivalenz zwischen glühender Liebe, kalter Gier und humanistischer Hoffnung: Wolfgang Amadeus Mozart schuf anlässlich der Krönung Leopold II. einen Fürstenspiegel, der den emotionalen Begierden im Spannungsfeld politischer Zwänge nachspürt. Der Schauplatz ist das alte Rom: Kaiser Titus wählt eine andere Gattin als allgemein erwartet und durchkreuzt damit die Pläne der machthungrigen Vitellia, ihres Zeichens Tochter des verstorbenen Imperators. Sie schwört tödliche Rache und nutzt die Liebe Sestos, ­Titus’ engstem Vertrauten, aus, und macht ihn zum Attentäter. ­Titus überlebt diese Verschwörung und wird zum Richter über seinen einstigen Freund. Kann er die titelgebende Milde (Clemenza) weiter walten lassen? Gibt es in diesem Geflecht aus privaten Neigungen und politischen Pflichten noch „gute Menschen“ und „gütige Herrschaft“? Regie: Marco Štorman Bühne: Frauke Löffel Kostüme: Axel Aust Chor: Opernchor des Theater Bremen, Karl Bernewitz Licht: Norman Plathe-Narr Dramaturgie: Frederike Krüger Choreografische Mitarbeit: Alexandra Morales In italienischer Sprache mit deutschem Übertext
Aufführungen | Schauspiel

AŞIKLAR - Die Liebenden

Kleines Haus

„Uzun ince bir yoldayım, gidiyorum gündüz gece / Ich bin auf einem langen, schmalen Weg, ich gehe Tag und Nacht.“ (Âşık Veysel) – Der Begriff Âşık bedeutet auf Türkisch Licht, auf Arabisch wiederum Liebender und Herz. Seit dem 16. Jahrhundert wird in Anatolien, Kaukasus sowie Iran als Âşık ein Geschichtenerzähler und Volksliedsänger bezeichnet, der seine Poesie auf einen Saz, einer Langhalslaute, erklingen lässt. Âşıklar singen von großen Emotionen sowie von sozialen und politischen Erfahrungen. Dabei handelt es sich um ein männlich dominiertes Feld, zu dem Frauen nur selten Zugang fanden. Die aus Istanbul stammende Sopranistin und experimentelle Sängerin Nihan Devecioğlu entwickelt einen eigenen Liederabend und wird zur weiblichen Âşık: Sie singt von der ersten Generation der Gastarbeiterinnen und tritt mit vier Frauen in Dialog, die in den 60er Jahren eine lebensverändernde Reise angetreten haben. Anhand Interviews, Videoprojektionen und Songtexten wird in diesem dokumentarischen Liederabend die männliche Geschichtsschreibung der Âşık-Tradition neu interpretiert und den Gastarbeiterinnen eine abendfüllende Stimme verliehen. Konzept und Künstlerische Leitung: Nihan Devecioğlu Regie: Frank Abt Bühne und Kostüm: Andrea Künemund, Sibylle Müngersdorf Musik: Nihan Devecioğlu, Matti Weber Videodesign Cantufan Klose Licht: Joachim Grindel Dramaturgie: Viktorie Knotková, Elif Zengin In türkischer und deutscher Sprache
Aufführungen | Tanz

Fools At Work

Kleines Haus

„Buy less, choose well and do it yourself!” (Vivienne Westwood) — Ist die Bühne ein Ort der Transaktion, und wenn ja, zwischen wem? Ist Kunst eine Ware und wie bestimmt sich ihr Wert? In seiner neuen Arbeit wirft Hauschoreograf Samir Akika einen Blick auf das Selbstverständnis künstlerischer Arbeit zwischen Dienstleistung und Selbstverwirklichung. Inspiriert von Konzeptkunst, Punk und künstlerischen Manifesten, die das Alltägliche ins Interesse der Öffentlichkeit rücken, interessieren sich Akika und die Tänzer:innen von Unusual Symptoms für die Hierarchien zwischen Performer:innen und Publikum und das Verhältnis zwischen Bedeutsamkeit und Eskapismus. „In Fools At Work“ vermischen sich performative Experimente und künstlerischer Aktivismus zu einem getanzten Happening über den Wert der Kunst. “Buy less, choose well, and do it yourself!” (Vivienne Westwood) — Is the stage a place of transaction, and if it is, how do we determine its value? In his new work, house choreographer Samir Akika takes a look at the self-concept of artistic work between a provision of services and self-realisation. Inspired by concept art, punk, and artistic manifestos that move the mundane into the sphere of public interest, Akika and the Unusual Symptoms dancers are intrigued by the hierarchies between performers and audience and the relationship between significance and escapism. “Fools At Work” fuses performative experimentation and artistic activism into a danced happening about the value of art. Choreografie: Samir Akika Bühne: Karl Rummel Kostüme: Saskia Kummle Musik: Suetzsu, jayrope Licht: Christian Kemmetmüller Dramaturgie: Gregor Runge Künstlerische Mitarbeit: Chaewon Song
Aufführungen | Musiktheater

NOperas! – Freedom Collective

Kleines Haus

Premiere: 30.3.2024 Die Produktion „Freedom Collective“ bewegt sich an der Schnittstelle unterschiedlicher Wirklichkeiten. Das Publikum ist eingeladen, in ein immersives Theaterlabyrinth einzutauchen und sich in parallelen Erlebniswelten zu verlieren. Eine Abenteuergeschichte in einer möglichen nahen Zukunft: In einem Untergrund-Club namens „Freedom Collective“ begeben sich die Besucher:innen in virtuelle Welten. Fan, die Hauptfigur, ist auf der Suche nach Erfüllung elementarer Sehnsüchte, sie bleibt dabei zerrissen zwischen widerstreitenden menschlichen Beziehungen und divergierenden Realitäten. In dieser kapitalistischen Unterwelt, in der Drogenexzesse, Doping-Versuche und der unstillbare Wunsch nach Unterhaltung regiert, verlieben sich Fan und Kämpfer:in Andrei. Es entsteht eine Liebesgeschichte, von der wir am Ende nicht wissen, ob sie tatsächlich stattfindet oder womöglich nur eine aus der Sehnsucht geborene Fiktion bleibt. Eine Produktion von Emmerig / Horwitz / Hut Kono / Vincze im Rahmen von „NOperas!“ – eine Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm). In gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW, in Kooperation mit dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, dem Theater Bremen und dem Staatstheater Darmstadt. Komposition: Davor Vincze Libretto: Aleksandar Hut Kono Musikalische Leitung: Premil Petrovic Regie: Heinrich Horwitz Bühne und Kostüme: Magdalena Emmerig Licht und Video: Rosa Wernecke Licht: Joachim Grindel Elektronik: Remmy Canedo Künstlerische Produktionsleitung: Jasna Witkoski Dramaturgie: Brigitte Heusinger
Aufführungen | Tanz

(Little) Mr. Sunshine

Kleines Haus

„I started a joke / Which started the whole world crying / But I didn‘t see /That the joke was on me“ (The Bee Gees) — In (Little) Mr. Sunshine setzen sich Hauschoreograf Samir Akika und sein ausnahmsweise ausschließlich männlicher Cast mit ihrer eigenen Biografie und ihrer Rolle als Performer auseinander. Was suchen die sieben Tänzer auf dieser Bühne und in den Gesichtern ihres Publikums? Und was genau hat sie eigentlich hierher geführt? (Little) Mr. Sunshine fragt nach den Dingen, die uns antreiben, die zu werden, die wir sein wollen und lässt Raum für die nicht unwahrscheinliche Möglichkeit, dass wir daran scheitern. Vielleicht erkennen wir dabei, dass die Theaterbühne nicht nur den Begabten gehört, sondern auch den Schüchternen, den Aufmerksamkeitssüchtigen, den mittelmäßigen Schauspielern, den Kontrollfreaks und den ewig Suchenden. In einer improvisierten Struktur versammelt (Little) Mr. Sunshine Materialcollagen, künstlerische Findungsprozesse und performative Tricks. Zwei Musiker kommentieren den Abend mit Geige, Piano und multilingualem Theatervokabular, das man sich für den Small Talk im Foyer unbedingt merken sollte. Choreografie: Samir Akika Bühne und Kostüme: Greta Bolzoni Licht: Ralf Scholz Musik: Shane Fee, Yu Mita Dramaturgie: Gregor Runge
Aufführungen | Schauspiel

Royals

Kleines Haus

„Es geht nicht nur um unsere Geschichte, es war schon immer so viel größer als wir.“ (Prince Harry, Duke of Sussex) — Im Vereinigten Königreich wird ein neuer König gekrönt, in Deutschland greift Heinrich XIII. Prinz Reuß nach der Macht und auf Netflix boomen Serien wie „The Crown“. Vielerorts wurde der Adel abgeschafft, doch die Royals lassen sich nicht so leicht unterkriegen. Auch im klassischen Theaterkanon begegnen uns die Königshäuser – von Richard III. bis zu King Charles herrscht eine Faszination für die Welt des Adels. Sie sind Teil der Popkultur und gesellschaftlicher Debatten, die Beliebtheitswerte sind hoch. Dabei ist die Geschichte des Adels vor allem eine Geschichte der Herrschaft und Gewalt, der Ausbeutung und Unterdrückung. Woher also kommt die Sehnsucht nach Palast, Prunk und Privilegien – nach einer Parallelwelt jenseits der Demokratie? In „Royals“ begibt sich eine Hofgesellschaft in den heiteren Diskurs – und die nächste Krönung steht kurz bevor. Regie: Felix Krakau Bühne und Video: Florian Schaumberger Kostüme: Jenny Theisen Licht: Marius Lorenzen Musik: Benedikt Brachtel Dramaturgie: Sonja Szillinsky
Aufführungen | Schauspiel

Mach es gut! Geschichte eines Arbeitslebens

Kleines Haus

Eine junge Frau in Polen. Der Mann, in den sie sich verliebt, geht zum Geldverdienen nach Deutschland. Sie folgt ihm und arbeitet als Putzkraft. Das Verhältnis zu den Menschen, bei denen sie beschäftigt ist, bewegt sich in einem Spannungsfeld von Nähe, Intimität und Ausbeutung. Je älter die Menschen werden, desto mehr Aufgaben übernimmt sie. Erst den Einkauf, dann die Pflege. So kümmert sie sich um andere. Doch wer kümmert sich um sie? Regisseurin Sylvia Sobottka entwickelt auf Basis von Recherchen und ausgehend von ihrer Herkunft ein Theaterstück, das beispielhaft ist für viele Menschen, die im Dienste anderer stehen. In Deutschland beschäftigen über 3 Millionen Haushalte eine Putzkraft (die große Mehrheit davon schwarz beschäftigt). Knapp 5 Millionen Menschen sind pflegebedürftig. Wer macht diese körperlich wie psychisch fordernde Arbeit, in einem System gegenseitiger Abhängigkeiten? Persönlich und poetisch, mal bitter, mal humorvoll, zeigt die Inszenierung ein Porträt von Menschen im Reinigungs- und Pflegesektor, denen nach wie vor die Wertschätzung fehlt. Regie: Sylvia Sobottka Bühne und Kostüme: Léa Dietrich, Viva Schudt Licht: Daniel Thaden Musik: Sebastian Schlemminger Dramaturgie: Stefan Bläske

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