Lucerne Festival gehört zu den international führenden Festivals im Bereich der klassischen Musik. Gegründet wurde Lucerne Festival 1938, Intendant ist seit 2026 Sebastian Nordmann.
Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, Debuts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.
Das Frühlingsfestival "Lucerne Festival Spring" wird vom Lucerne Festival Orchestra gestaltet: Franz Welser-Möst übernimmt die musikalische Leitung des ersten Abends am Freitag, dem 27. März; am Sonntagabend, dem 29. März, dirigiert Chefdirigent Riccardo Chailly. Die Musiker*innen des Hagen Quartetts sind Gründungsmitglieder des Lucerne Festival Orchestra, sie verabschieden sich am Samstag, dem 28. März, mit einem Kammermusikabend von den Schweizer Konzertbühnen. Als prominente Solist*innen begrüsst Lucerne Festival am ersten Abend den Pianisten Leif Ove Andsnes, am zweiten Abend den Pianisten Kirill Gerstein sowie die gefeierte junge Cellistin Julia Hagen, die als Preisträgerin des «UBS Young Artist Award» 2024 bei Lucerne Festival zu erleben war und im letzten Sommer Elgars Cellokonzert interpretierte. Am Sonntagabend tritt der Geiger Emmanuel Tjeknavorian auf.
Lucerne Festival Orchestra | Franz Welser-Möst | Leif Ove Andsnes
Lucerne Festival Orchestra 1
Lucerne Festival Orchestra
Franz Welser-Möst, Dirigent
Leif Ove Andsnes, Klavier
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Klavierkonzert d-Moll KV 466
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Sinfonia eroica
Die aufregende Beethoven-Expedition, die das Lucerne Festival Orchestra vor zwei Jahren in Angriff nahm, geht in die dritte Runde: zunächst mit der grossen Sinfonia eroica, die den Komponisten von seiner kämpferischen, heldenhaften Seite zeigt. Beethoven stritt für Ideale wie die Freiheit und die Gleichheit; er war überzeugt davon, dass den Menschen eine bessere Zukunft beschieden sei. Und die verheisst dann das schwungvolle Finale der Es-Dur-Sinfonie. Franz Welser-Möst wird die Aufführung leiten: Er debutierte 2025 spektakulär mit Beethovens Neunter beim Lucerne Festival Orchestra. «Eine vorbildlich klare, interpretatorisch genau ausbalancierte Wiedergabe», bescheinigte ihm die Neue Zürcher Zeitung. Der Anfang des Abends aber gehört Beethovens grossem Idol Wolfgang Amadé Mozart, dem Helden seiner Jugendjahre. Und dem norwegischen Meisterpianisten Leif Ove Andsnes, der bei Mozart zuhause ist wie nur wenige. Er wird das fast schon romantische d-Moll-Konzert vortragen, das er für revolutionär hält: Es erinnere ihn an «ein Drama zwischen dem Individuum, also dem Solisten, und der Gesellschaft, die vom Orchester dargestellt wird».
18.30 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)
Pause gegen 20.15 Uhr
Voraussichtliches Konzertende um 21.40 Uhr
Genussvolle Angebote rund ums Konzert
die kulinarische Begleitung für Ihr Konzerterlebnis
Dieser Festspielsommer, der erste unter dem neuen Intendanten Sebastian Nordmann, wird spannend! Was und wer Sie erwartet, was neu ist und was bleibt, erzählt Dramaturgin Susanne Stähr in ihrer kurzweiligen Plauderstunde. Sie versorgt Sie mit Insider-Informationen — und hat natürlich auch ein paar heisse Tipps auf Lager.
Johannes Brahms (1833–1897):
Klavierquintett f-Moll op. 34
Franz Schubert (1797–1828):
Streichquintett C-Dur D 956
Dieses Quartett ist Legende: Als sich in den 1970er Jahren die vier Kinder der Salzburger Musikerfamilie Hagen zu einem Ensemble formierten, war das Aufsehen gross. So ein organisches Zusammenspiel und fast schon blindes Verständnis hatte man nur selten gehört! Gidon Kremer, Nikolaus Harnoncourt und György Kurtág zählten zu den ersten Förderern des Hagen Quartetts, das schnell — seit 1987 mit Rainer Schmidt an der zweiten Geige — die Konzertbühnen der Welt eroberte. Die vier spielten mit berühmten Grössen der Klassikbranche wie Maurizio Pollini und Krystian Zimerman, Heinrich Schiff und Mitsuko Uchida, Sabine Meyer und Jörg Widmann. Und auch im Lucerne Festival Orchestra, das Claudio Abbado 2003 ins Leben rief, waren alle vier mit dabei. Nach rund 50 Jahren verabschiedet sich das Hagen Quartett in der Saison 2025/26 von seinem Publikum; der heutige Abend markiert seinen letzten Auftritt in der Schweiz. Dabei ist mit der fabelhaften Cellistin Julia Hagen in Schuberts berührendem Streichquintett auch die nächste Generation der Familie zu hören. Und in Brahms’ dämonischem Klavierquintett darf der pianistische Tausendsassa Kirill Gerstein brillieren.
Pause gegen 20.20 Uhr
Voraussichtliches Konzertende um 21.45 Uhr
Genussvolle Angebote rund ums Konzert
die kulinarische Begleitung für Ihr Konzerterlebnis
Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Emmanuel Tjeknavorian
Lucerne Festival Orchestra 2
Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Emmanuel Tjeknavorian, Violine
Felix Mendelssohn (1809–1847):
Violinkonzert e-Moll op. 64
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Mit der Vierten wartet auf das Lucerne Festival Orchestra und seinen Chef Riccardo Chailly die vielleicht grösste Herausforderung unter allen Beethoven-Sinfonien. Denn sie bietet nicht nur eine geheimnisvolle Einleitung, die weit in die Romantik vorgreift, sondern entfacht auch einen vorwärtsstürmenden Furor sondergleichen. Die rasend rotierenden Sechzehntel, die Beethoven verlangt, bringen so manches Spitzenorchester ins Schwitzen — aber das Lucerne Festival Orchestra ist doch eine Klasse für sich . . . Mit einem unwiederholbaren Ereignis eröffnet das Konzert bereits. Der 30-jährige Emmanuel Tjeknavorian, ein waschechter Wiener mit armenischen Wurzeln, spielt Mendelssohns beglückendes Violinkonzert. Seit einigen Jahren konzentriert sich Tjeknavorian auf seine Dirigentenkarriere und wurde dafür schon mit dem renommierten Premio Abbiati der italienischen Musikkritik geehrt. Aber begonnen hat er seine Laufbahn als fulminanter Violinvirtuose, ausgezeichnet mit etlichen internationalen Preisen. Für Riccardo Chailly — und nur für ihn — greift er nochmals zur Geige. Er sei eben «ein Künstler, der musiziert», beschreibt sich Tjeknavorian selbst.
17.00 Uhr Konzerteinführung
mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)
Pause gegen 17.40 Uhr
Voraussichtliches Konzertende um 18.45 Uhr
Genussvolle Angebote rund ums Konzert
die kulinarische Begleitung für Ihr Konzerterlebnis
Das erste Sommer-Festival unter der Leitung des neuen Intendanten Sebastian Nordmann steht unter dem Motto «American Dreams» und präsentiert über 120 Veranstaltungen an insgesamt 32 Tagen, vom 13. August bis 13. September. Nordmanns Programm bewahrt den künstlerischen Kern des grössten Klassik-Festivals der Schweiz und entwickelt das Profil gleichzeitig weiter: Die renommiertesten internationalen Solist*innen und Orchester bilden den Schwerpunkt des Konzertkalenders, 20 Sinfonieorchester treten in nur einem Monat auf. Das Lucerne Festival Orchestra gestaltet sechs Abende sowie zwei «Klassik für alle: 40min», und die Lucerne Festival Academy wird erstmals von ihrem neuen künstlerischen Leiter, dem Komponisten, Klarinettisten und Dirigenten Jörg Widmann geleitet. Darüber hinaus gibt es auf allen Ebenen Neues zu entdecken: zum Beispiel innovative Konzertformate wie «Mittendrin», spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche mit «Luege Lose Erläbe», das neue «Klassik für alle: Open Air» am Tag vor der offiziellen Eröffnung. Der Geiger Augustin Hadelich tritt als diesjähriger «artiste étoile» in vier Konzerten auf, Mark Andre übernimmt die Rolle des composer-in-residence.
Mit dem Motto «American Dreams» schlägt Lucerne Festival eine Brücke zur vielfältigen amerikanischen Musikgeschichte, die reich ist an Stilrichtungen und Ausdrucksformen verschiedenster Kulturen, und Bezüge zu Musical und Filmmusik, Jazz oder Minimal Music herstellt. Im Eröffnungskonzert am 14. August stehen Werke von George Gershwin und Charles Ives auf dem Programm des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly, ausserdem spielen Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) Steve Reichs New York Counterpoint in einer Fassung für elf Klarinetten. Als Abschlusskonzert am 13. September erklingt Gershwins Porgy and Bess mit dem Chineke! Orchestra und dem Vokalensemble der Cape Town Opera unter Kwamé Ryan. Beim Festival sind Werke vieler amerikanischer Komponist*innen zu erleben. Einige davon erklingen erstmals bei Lucerne Festival wie die Erste Sinfonie von Charles Ives mit dem Lucerne Festival Orchestra oder Aaron Coplands Appalachian Spring und Samuel Barbers Klavierkonzert, mit der Pianistin Yuja Wang und dem Mahler Chamber Orchestra. Lucerne Festival begrüsst den Wahl-Amerikaner und «artiste étoile» Augustin Hadelich und viele Gäste aus der «Neuen Welt», von der jungen Lyrikerin Amanda Gorman und der Klarinettistin Doreen Ketchens bis zum Met Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin.
LFO | Riccardo Chailly | Solist*innen des LFO und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Ouvertüre
Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
George Gershwin (1898–1937): Cuban Overture
Riccardo Chailly im Gespräch mit Sebastian Nordmann
Steve Reich (*1936): New York Counterpoint. Fassung für elf Klarinetten
Leonard Bernstein (1918–1990): Mambo aus West Side Story
Das gab’s noch nie! Zur Eröffnung des Sommer-Festivals lädt der neue Intendant Sebastian Nordmann zur grossen Party – bei freiem Eintritt. Im Konzertsaal des KKL Luzern stimmen uns Riccardo Chailly und das fabelhafte Lucerne Festival Orchestra mit Gershwin und Bernstein, Rumba und Mambo auf eine unvergessliche Cuban Night ein. Und anschliessend können Sie direkt zum Open-Air-Konzert «Klassik für alle» auf den Europaplatz gehen.
Das Konzert endet gegen 20.00 Uhr und hat keine Pause. Danach können Sie direkt zum Open-Air-Konzert «Klassik für alle» auf den Europaplatz gehen.
LFO | Riccardo Chailly | Solist*innen des LFO und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) bewerten:
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Bewertungen & Berichte LFO | Riccardo Chailly | Solist*innen des LFO und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Konzert
Havana Lyceum Orchestra | José Antonio Méndez Padrón | Sarah Willis
Klassik für alle: Open Air
Havana Lyceum Orchestra
José Antonio Méndez Padrón, Dirigent
Sarah Willis, Horn
«A Cuban-Classical Night»
Johann Sebastian Bach (1685–1750) / Edgar Olivero (*1985): Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048, 1. Satz
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Finale aus dem Hornkonzert Es-Dur KV 447
Joshua Davis (*1983) / Yuniet Lombida (*1989): Rondo alla Mambo nach dem Finale aus Mozarts Hornkonzert Es-Dur KV 447
Ernesto Oliva (*1988): En Do pa’ que no na’
Georges Bizet (1838–1875) / Edgar Olivero (*1985): Carmen La Cubana Suite
Jenny Peña Campo (*1983): Samba-Son
Moisés Simons (1889–1945): El manisero, bearbeitet von Jorge Aragón
LFO | Riccardo Chailly | Frank Dupree | Solist*innen des LFO und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Eröffnung
Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly Dirigent
Frank Dupree Klavier
Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Steve Reich (*1936)
New York Counterpoint. Fassung für elf Klarinetten
Begrüssung: Markus Hongler, Stiftungsratspräsident; Sebastian Nordmann, Intendant
Grusswort: Guy Parmelin Bundespräsident
George Gershwin (1898–1937):
Cuban Overture
Concerto in F für Klavier und Orchester
Charles Ives (1874–1954): Sinfonie Nr. 1 d-Moll
Go West! Zur Eröffnung des Festivalsommers spüren Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra verschiedenen «American Dreams» nach. Da wäre zunächst George Gershwin, der Klassik und Jazz so genial miteinander verband, dass von E- oder U-Musik keine Rede mehr sein kann. Zu seiner schmissigen Cuban Overture, die auf Rumba-Rhythmen tanzt, inspirierte ihn ein Besuch in Havanna. In seinem grossen Concerto in F dagegen, für Chailly «das erste amerikanische Klavierkonzert», geben Charleston und Blues den Ton an. Das Finale bezeichnete Gershwin als «eine rhythmische Orgie»: genau das richtige Stück für einen Grenzgänger wie den 34-jährigen Frank Dupree mit seiner überbordenden Energie und ansteckenden Spielfreude. Der zweite Teil des Abends gehört aber Charles Ives, dem Pionier der musikalischen Freiheit, der sich keinen Regeln unterwarf. Seine Erste Sinfonie steht zwar noch in der romantischen Tradition, doch steuert sie mit ihrem ungebrochenen Optimismus zugleich eine uramerikanische Note bei. Vor allem: Ihr munterer Mix aus schwelgerischen Melodien, wilden Ausbrüchen, berührendem Gospelsound und peppigen Marschrhythmen bietet einfach beste Unterhaltung!
Pause um ca. 20.10 Uhr
Konzertende gegen 21.30 Uhr
LFO | Riccardo Chailly | Frank Dupree | Solist*innen des LFO und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Lakeside Symphony
Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Frank Dupree, Klavier
Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Steve Reich (*1936): New York Counterpoint. Fassung für elf Klarinetten
Begrüssung: Markus Hongler, Stiftungsratspräsident; Sebastian Nordmann, Intendant
Grusswort: Guy Parmelin, Bundespräsident
George Gershwin (1898–1937):
Cuban Overture
Concerto in F für Klavier und Orchester
Charles Ives (1874–1954): Sinfonie Nr. 1 d-Moll
Erleben Sie das Eröffnungskonzert live auf der Grossleinwand — direkt am Ufer des Vierwaldstättersees, im Hintergrund das grandiose Panorama von Rigi, Bürgenstock & Co. Mit Musik von Gershwin und Ives sorgen Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra für eine stimmungsvolle musikalische Sommernacht.
Lucerne Festival Orchestra | Klaus Mäkelä | Augustin Hadelich
Lucerne Festival Orchestra
Klaus Mäkelä, Dirigent
Augustin Hadelich, Violine
Samuel Barber (1910–1981): Violinkonzert op. 14
Igor Strawinsky (1882–1971): Der Feuervogel. Märchenballett in zwei Bildern
Für seinen Einstand als «artiste étoile» in diesem Sommer bringt Augustin Hadelich ein Werk aus seiner amerikanischen Wahlheimat mit, das er besonders liebt: das betörend schöne Violinkonzert von Samuel Barber. «Sehr emotional» findet er Barbers Klangsprache und gesteht, dass es einem gerade beim hochexpressiven langsamen Satz schon mal heiss und kalt den Rücken runterlaufen kann. Aber auch der Virtuose Hadelich ist bei diesem Konzert gefordert — vor allem im Finale: «Das ist wie ein Perpetuum mobile — man muss loslassen und gleichzeitig alles kontrollieren.» Vielleicht ist das auch das Erfolgsrezept für den Feuervogel, Igor Strawinskys fulminanten Ballett-Erstling, bei dem das Lucerne Festival Orchestra alle Register seiner Kunst ziehen darf: mit sattem Sound, zündenden Rhythmen, russisch-archaischen Klängen und mitreissenden Steigerungskurven. Der Finne Klaus Mäkelä, längst ein Publikumsliebling in Luzern und der ganzen Welt, wird erneut beweisen, warum die besten Orchester um ihn buhlen: Mit ihm zu spielen macht einfach Spass, gestehen viele Musiker*innen ganz freimütig — und das Klangergebnis begeistert durch ungeheure Intensität.
17.30 Uhr
Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)
Pause um ca. 19.00 Uhr
Konzertende gegen 20.20 Uhr
Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Jörg Widmann | Michael Engelhardt
Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Jörg Widmann, Dirigent
Christoph Sietzen, Schlagzeug, Einstudierung Schlagzeuger*innen Teil II
Michael Engelhardt, Sprecher
Markus Güdel, Licht
Maxime Le Saux, Klangregie
Wolfgang Rihm (1952–2024): Tutuguri. Poème dansé für grosses Orchester, Schlagzeuger* innen, Chor vom Tonband und Sprecher, nach dem Gedicht Tutuguri aus dem Hörspiel Pour en finir avec le jugement de dieu von Antonin Artaud
Das erste Konzert der Lucerne Festival Academy unter ihrem neuen Künstlerischen Leiter Jörg Widmann wird laut, wild und masslos. Wer bei Wolfgang Rihms Tutuguri — irregeleitet durch den Untertitel Poème dansé — an eine elegante Ballettmusik à la Debussy denkt, dürfte vor Schreck vom Sitz kippen. Mit wilden Blechbläsereruptionen, unheilvoll pulsierenden Rhythmen, markerschütternden Schreien und einer finalen, gut halbstündigen Trommelkanonade von gleich sechs Schlagzeuger*innen wird Tutuguri das KKL Luzern in seinen Grundfesten erschüttern. Inspiriert zu diesem Höllenlärm wurde Rihm Anfang der 1980er Jahre durch ein Gedicht des französischen Theaterrevolutionärs Antonin Artaud. Der hatte ein halbes Jahrhundert zuvor bei den Tarahumara, einem indigenen Volksstamm in Mexiko, einer Peyote-Zeremonie beigewohnt und diese Erfahrung literarisch verarbeitet. Es geht um schwarze Sonnen und verkohlte Erde, nackte Reiter und kopflose Pferde, um archaische Rituale und rauschhafte Halluzinationen. Rihm strebte «Musik im Rohzustand» an: einen «Klang-Körper, dessen Zuckung und Umformung Melos, Rhythmus und Farbe wird».
17.30 Uhr
Konzerteinführung: Jörg Widmann und Michael Engelhardt im Gespräch mit Mark Sattler (KKL Luzern, Auditorium)
Pause um ca. 20.00 Uhr
Konzertende gegen 21.10 Uhr
Teilnehmer*innen des Composer Seminars | Dieter Ammann | Unsuk Chin
Composer Seminar, Tag 1
Teilnehmer*innen des Composer Seminars: Caio de Azevedo | Alexandre Jamar | Sungtae Paek | Emircan Pehlivan | Miles Walter | Zihan Wu
Dieter Ammann, Dozent
Unsuk Chin, Dozentin
Präsentation und Diskussion der neuen Orchesterwerke
Seit zehn Jahren gibt es das von Wolfgang Rihm ins Leben gerufene und heute von Dieter Ammann und Unsuk Chin geleitete Composer Seminar der Lucerne Festival Academy. Zum Jubiläum wartet es mit einer Neuerung auf: Ab sofort bewerben sich die Teilnehmer*innen nicht mehr mit Ensemble-, sondern mit Orchesterwerken. Denn für die grosse Besetzung zu komponieren, erfordert einiges an Erfahrung. Welcher junge Komponist, welche junge Komponistin aber hat schon Gelegenheit, intensiv mit einem professionellen Orchester zusammenzuarbeiten? Genau das ermöglicht das Composer Seminar: Sechs internationale Nachwuchskomponist*innen diskutieren ihre Werke in Einzelcoachings und zwei öffentlichen Sitzungen, studieren sie anschliessend mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) ein und bringen sie im Abschlusskonzert am 23. August zur Aufführung. So können sie das Komponierte einem Praxistest unterziehen und erhalten wichtige Rückmeldungen nicht nur von den Musiker*innen und Dirigent*innen, sondern auch vom Publikum.
Lucerne Festival gehört zu den international führenden Festivals im Bereich der klassischen Musik. Gegründet wurde Lucerne Festival 1938, Intendant ist seit 2026 Sebastian Nordmann.
Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, Debuts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird Lucerne Festival Summer von Kurzfestivals im Frühling und Herbst: vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra, im Mai von Lucerne Festival Pulse mit dem isländischen Ausnahmepianisten Víkingur Ólafsson und im November von Lucerne Festival Forward, dem Herbst-Festival für Gegenwartsmusik. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.