Roy Lichtensteins "Maybe", Andy Warhols "Brillo Boxes" oder George Segals „Restaurant Window“, Ikonen der amerikanischen Pop Art, waren gerade vollentdet, als sie 1969 als Leihgabe ins Wallraf-Richartz-Museum einzogen. Die Werke stammen von Peter und Irene Ludwig, die die größte Pop Art Sammlung außerhalb der USA zusammengetragen haben.
Durch die Schenkung von rund 350 Werken moderner Kunst des Ehepaars Ludwig wurde 1976 das Museum Ludwig gegründet. Es sollte als erstes Museum in Köln Kunst der Gegenwart ausstellen. Neben der Pop Art gaben die Ludwigs noch eine umfangreiche Sammlung der Russischen Avantgarde aus der Zeit von 1906 bis 1930 sowie ein Konvolut von mehreren hundert Arbeiten Pablo Picassos als Dauerleihgabe in das neue Museum. Die Werke Picassos sind in zwei großzügigen Schenkungen 1994 und 2001 inzwischen in den Besitz des Museum Ludwig übergegangen.
Die moderne Abteilung des Wallraf Richartz-Museums mit der Expressionisten-Sammlung des Kölner Juristen Joseph Haubrich bildete die Basis für die Sammlung zeitgenössischer Kunst und wurde ebenfalls in das Museum Ludwig integriert.
Das Museum sammelte konsequent weiter zeitgenössische Kunst. Das jüngste Werk war immer erst ein paar Monate alt. So gelangten auch deutsche Kunst der 70er und 80er Jahre sowie internationale Tendenzen und Installationen der jüngeren Avantgarde ins Museum Ludwig.
1986 wurde das Gebäude zwischen Dom, Rhein und Hauptbahnhof eröffnet. Es beherbergte das Wallraf-Richartz Museum, das Museum Ludwig und die Philharmonie. Im Januar 2001 zog das Wallraf-Richartz Museum in einen eigenen Bau und die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart hat nun ca. 8000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung.
Seit November 2000 ist Kasper König Direktor des Museum Ludwig. Sein Name steht für Großausstellungen wie "Westkunst", "von hier aus" und "skulptur.projekte Münster". Er will das Museum Ludwig international positionieren und einen Dialog zwischen Besuchern und Kunst ermöglichen. „Das Museum soll nicht besucht, sondern benutzt werden, denn es gehört allen und keinem“.
Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet.
In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.
Termine
Fr 6.11.2026, 18:30 | Preisverleihung
Sa 7.11.2026 - So 4.4.2027
Bewertungen & Berichte Lee Ufan - Wolfgang-Hahn-Preis 2026
Ausstellung
Man Ray: Kiki
Präsentation in den Fotoräumen
Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er malt Schalllöcher einer Geige auf die Fotografie, sodass Kikis Rücken zum Körper eines Streichinstruments wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.
Along the Color Line – Spuren einer transatlantischen Moderne
Zu seinem 50-jährigen Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt. Eine Vielzahl internationaler Leihgaben von modernen und zeitgenössischen Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen sowie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora treten in Dialog mit Werken aus der Sammlung des Museum Ludwig. Sie zeigen auf, wie diese künstlerischen Ausdrucksformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Ort des Austauschs und der Auseinandersetzung zwischen Kulturen wurden.
Der Titel der Ausstellung ist den Schriften des afroamerikanischen Soziologen W. E. B. Du Bois entlehnt, der 1892–1894 in Berlin studierte und 1936 als Journalist für den Pittsburgh Courier unter anderem Köln, Hamburg, Stuttgart, die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth und die Olympischen Spiele in Berlin besuchte. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit schärft er den Blick für die globalen Verflechtungen von Rassismus und Ausgrenzung und liefert ein einzigartiges Zeugnis dieser historischen Periode. Du Bois’ Berichte werden in der Ausstellung durch schriftliche Zeitzeugnisse weiterer Vertreter*innen der Schwarzen Diaspora, die sich zeitweilig in Europa aufhielten, ergänzt. Zu diesen zählt unter anderem der Philosoph Alain Locke (1885–1954), der 1910–1911 ebenfalls in Berlin studierte und später an der historisch afroamerikanischen Howard University in Washington unterrichtete, die großzügige Leihgeberin dieser Ausstellung ist. Dort werden bis heute seine wissenschaftlichen Schriften und seine Sammlung internationaler Kunst verwahrt.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Forschungsprojekt zur Sammlung des Museum Ludwig. Es machte deutlich, dass Arbeiten Schwarzer Künstler*innen wie in den meisten europäischen Museen auch hier kaum vertreten sind, ganz besonders im Bereich der Moderne. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt Along the Color Line, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder der Négritude-Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf aktuelle Kunstproduktionen untersucht.
Eine wesentliche zeitgenössische Position in diesem Kontext ist die des deutsch-amerikanischen Künstlers James Gregory Atkinson (*1981). Atkinson setzt sich mit afroamerikanisch-deutscher Geschichte auseinander und hat hierzu ein nichtlineares Archiv mit Bildern, Objekten, Texten und Oral History erarbeitet, das sich mit der Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland beschäftigt. Sein Archiv, das eine historische Linie von den Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts zu heutiger diasporischer Realität zieht, ist ein zentrales Werk der Ausstellung.
Historische Aufenthalte afrodiasporischer Künstler*innen in Europa und in der Rheinregion verdeutlichen, dass Fragen von Migration, Identität und kultureller Zugehörigkeit nicht nur globale Phänomene sind, sondern auch lokal greifbar und erinnerungskulturell relevant. Die Werke von Mildred Thompson etwa, die an der Howard University studierte und in den 1960er Jahren in Düren lebte, verleihen der Präsentation eine starke lokale Verankerung.
Im Vorfeld von Along the Color Line hat das Museum Ludwig neben einer Arbeit von Thompson bereits gezielt weitere Werke, beispielsweise von Herbert Gentry (1919–2003) und Iba Ndiaye (1928–2008), angekauft. Diese Künstler*innen eröffnen durch ihre transnationalen Biografien und ästhetischen Positionierungen neue Perspektiven auf die (Post-)Moderne. Im Rahmen der Ausstellung treten Sammlungsbestand, Neuzugänge und Leihgaben in einen Dialog, der bislang unsichtbare interkulturelle Verflechtungen und transatlantische Verbindungslinien zwischen den Sammlungsschwerpunkten der europäischen Moderne und der US-amerikanischen Postmoderne sichtbar macht.
Über 100 Jahre nach den Aufenthalten von W. E. B. Du Bois und Alain Locke im modernen Deutschland beziehungsweise Europa lädt die Sonderausstellung die Besucher*innen ein, den gesellschaftlichen Stellenwert von kultureller Identität, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu reflektieren und über die Relevanz kreativer Lösungen für das Leben mit und zwischen unterschiedlichen Kulturen nachzudenken – damals wie heute.
Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kunststiftung NRW sowie der Terra Foundation for American Art. Außerdem wird sie von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V., der Kulturstiftung der Länder und der Beatrix Lichtken Stiftung unterstützt. Sponsor der Ausstellung ist die REWE Group.
(Bild: Installationsansicht Along the Color Line – Spuren einer transatlantischen Moderne, Museum Ludwig, Köln, Foto: Historisches Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv, Karl Krüger)
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Ausstellung
Schultze Projects #5. Jana Euler
Alle zwei bis drei Jahre werden Künstler*innen eingeladen, die Stirnwand im Treppenaufgang des Museums neu zu gestalten. Im Jahr 2026 wird Jana Euler ein neues großformatiges Werk schaffen. Mit Humor dekonstruiert sie in ihren Bildern Machtstrukturen und Geschlechterstereotypen. Die Serie Schultze Projects ehrt den Informel-Maler Bernard Schultze und seine Partnerin Ursula Schultze-Bluhm.
Bewertungen & Berichte Schultze Projects #5. Jana Euler
Ausstellung
Zweimal Deutschland um 1980
Präsentation in den Fotoräumen
Fotografien aus Ost- und Westdeutschland um 1980 dokumentieren die Lebenswelten in beiden Staaten, geprägt von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Porträts und Alltagsszenen von Derek Bennett, Christiane Eisler, Ute Mahler, Henry Maitek, Evelyn Richter, Karl C. Kugel und Erasmus Schröter vermitteln Einblicke in diese Realitäten. Ergänzende Titel und historische Verweise vermitteln häufig erst, wo die Aufnahmen entstanden sind, und verdeutlichen gesellschaftlichen Spannungen und kulturellen Perspektiven.
Kuratorin: Barbara Engelbach
Dauer
Sa 18.4.2026 - So 11.10.2026
Ort
Museum Ludwig
Fotoräume Heinrich-Böll-Platz
D-50667 Köln
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Ausstellung
HIER UND JETZT im Museum Ludwig.
De/Collecting Memories from Turtle Island
Erinnerungen sind fragil. Sie werden gesammelt, weitergegeben, überlagert oder ausgelöscht. Das neue Projekt der Ausstellungsreihe HIER UND JETZT widmet sich diesen Prozessen des Erinnerns und macht verdrängte indigene Narrative sichtbar, indem westliche Bildkonstruktionen hinterfragt werden.
Im Zentrum steht die Installation Thirteen Moons der US-amerikanischen, Indigenen Künstlerin Marie Watt (1967, Seattle): dreizehn hängende Skulpturen aus Zinnschellen, die berührt werden dürfen und ein Rauschen erzeugen. Sie sind eine Hommage an den Jingle-Dress-Tanz, der um 1900 während einer Grippepandemie vom Stamm der Ojibwe als Heilungsritual entstand und trotz staatlicher Verbote über Generationen weitergegeben wurde: ein radikaler Akt des Widerstandes. Watts Arbeit trifft auf historische Fotochrome der Detroit Photographic Company um 1900 aus der Sammlung des Museums. Die massenhaft verbreiteten Postkartenmotive zeigen moderne Städte und menschenleere Landschaften der USA: Ein Lebensraum, in dem Indigene Völker bewusst ausgespart werden, obwohl die vermeintlich unberührte Natur ihre Heimat ist. Die Gegenüberstellung mit Watts Skulpturen zeigt, wie Geschichte konstruiert wird und was ausgelassen bleibt. Für die Ausstellung wird die Künstlerin mit der Jingle Dress-Tänzerin Acosia Red Elk zusammenarbeiten.
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De/Collecting Memories from Turtle Island
Ausstellung
Schultze Projects #5:
Jana Euler
Alle zwei bis drei Jahre lädt das Museum Ludwig eine Künstler*in ein, die größte Wand im Haus – die Stirnwand im Treppenaufgang – neu zu gestalten. Der Name Schultze Projects bezieht sich auf Bernard Schultze und seine Frau Ursula (Schultze-Bluhm), deren künstlerische Teilnachlässe das Museum Ludwig verwaltet und zu deren Gedenken die Reihe 2017 initiiert wurde.
Für die fünfte Ausgabe der Schultze Projects hat die Künstlerin Jana Euler (*1982 Friedberg) mit Triptych – Image Viewer Connections eine neue Wandarbeit entwickelt, die sich mit besonderen Arten des Sehens und des Wahrnehmens von Kunst sowie der Interaktion von Werk und Publikum beschäftigen.
Das Museum ist einer der wenigen Orte, an denen Sehen selbst zur Tätigkeit wird. Anders als im Kino, wo der Blick gelenkt und zeitlich gebunden ist, ist die Erfahrung im Museum von Bewegung geprägt: Wir gehen, verweilen, unterhalten uns und tauschen uns über das Gesehene aus. Im Gegensatz zum schnellen, fragmentierten Scrollen auf Bildschirmen nehmen wir uns mehr Zeit und schauen konzentrierter. Dauer, Abstand und Reihenfolge des Sehens bestimmen wir selbst. Oft betrachten wir Kunstwerke langsam, vergleichend und aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Museum eröffnet zahlreiche Blickrichtungen und die Möglichkeit, den Augen freien Lauf zu lassen.
Eulers Beitrag thematisiert anschaulich und humorvoll jenen Prozess der Perspektivfindung. Die Künstlerin nutzt die spezifische räumliche Situation und die Möglichkeit, die Wand von drei verschiedenen Etagen und sogar im Herauf- und Heruntersteigen betrachten zu können. Die einzelnen Bilder haben variierende Formate und bedienen sich verschiedener Stile und Techniken. Die riesige Treppenhauswand, an der sie hängen, ist oben und an den Seiten mit einer Wandmalerei versehen, die das gewölbte Scheddach des Museums samt Klimaleiste und die Seitenwände in realistischer Manier wiederholt.
Auf dem linken Bild mit dem Titel One on One ist ein mit Ölfarbe gemalter Langhaarcollie zu sehen, der nach fotografischen Vorlagen weitestgehend naturgetreu wiedergeben ist. Die Kippung des Bildes nach vorn verstärkt den Eindruck, dass der Hund auf die heraufkommenden Besuchenden zustürzt und ein Ausweichen unmöglich ist.
Das Rotbraun des Mittelbildes Nude Stairs Staring Back zitiert den für das Museum Ludwig typischen Fliesenboden. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine abstrakte, kubistische Komposition, in der bei genauerem Hinsehen verschiedene Körperteile wie Augen, Münder, Ohren, Brüste und andere Geschlechtsmerkmale sichtbar werden „Das Motiv der nackten vermenschlichten Treppen, die das ganze Bild einnehmen, versuchen hier Blickkontakt mit jeder Position, von der aus man die Wand und das Bild sehen kann, aufzunehmen. Die Augen rutschen an den Bildrand und richten sich an die verschiedenen Höhen und Plattformen, auf denen die Betrachtenden potenziell stehen.“ (Jana Euler)
Das dritte Bild, Reclining Nude, ist mit Acrylfarbe auf Leinwand gesprüht. Es basiert auf den Farben und der Struktur des Holzbodens im Museum Ludwig. Ähnlich wie das linke Bild ist es so installiert, dass es leicht von der Wand absteht. In der auf den ersten Blick vollkommen abstrakten Komposition sind bei genauerer Betrachtung fünf Finger einer Hand zu erkennen, die einen Kopf stützt. Mit etwas Vorstellungskraft lässt sich auch der Rest des Körpers ausmachen, der abgewendet von den Betrachtenden mit angewinkelten Beinen liegend dargestellt ist. „Mensch und Bild sind eins, und es gibt keinen Blickkontakt, da die Figur in Gedanken mit dem Rücken zu dem Treppenhaus liegt. Ich denke, dass wegen der scheinbaren Ignoranz der Figur gleichzeitig eine Identifizierung stattfinden kann, genauso wie ein Wiedererkennen des Bodens, über den man in der Runde durch das Museum gelaufen ist.“ (Jana Euler)
Der illusionistische Effekt der die Werke umrandenden Wandmalerei entfaltet sich nur von einer bestimmten Position im Treppenhaus, da sie lediglich auf eine Perspektive ausgerichtet ist. Sie lässt die gesamte Fläche optisch kleiner erscheinen und die ohnehin schon großen Leinwände noch raumfüllender. Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig die eigene Perspektive ist, aus der heraus etwas betrachtet wird. Von nicht minderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Verbindung, in der man mit dem Gegenüber steht. Dass dies gleichermaßen für ihren Beitrag zu Schultze Projects wie auch im übertragenen Sinne gilt, ist eine der vielen Erfahrungen, die die Arbeit von Jana Euler bereithält.
Jana Euler hat an der Städelschule in Frankfurt studiert und hatte unter anderem Einzelausstellungen im WIELS, Brüssel (2024); Leopold-Hoesch-Museum, Düren (2024); Artists Space, New York (2020); Stedelijk Museum Amsterdam (2017); Portikus, Frankfurt (2015); Kunsthalle Zürich (2014) sowie dem Bonner Kunstverein (2014). Sie war vertreten bei der 59. Biennale von Venedig (2022). Wichtige Gruppenausstellungen waren u.a. im Museum Brandhorst, München (2023); The Museum of Modern Art (MoMA), New York (2023); Greene Naftali, New York (2023, 2018, 2017); Kunstmuseum Basel (2022); Fondazione Prada, Mailand (2021); KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2021); Manifesta 13, Marseille (2020); Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2019); Tai Kwun, Hongkong (2019); mumok, Wien (2018); ICA Miami (2017–18); Musée d’art moderne et contemporain, Genf (2017) sowie dem Whitney Museum of American Art, New York (2013).
Kurator: Yilmaz Dziewior
Kuratorische Assistenz: Kerstin Renerig
Über die Schultze Projects
Seit 1968 haben Bernard Schultze und seine Ehefrau Ursula (Schultze-Bluhm) als Künstlerpaar in Köln gelebt und gearbeitet. Über Jahrzehnte waren sie eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt und dabei dem Museum Ludwig stets in besonderem Maße verbunden. So beherbergt das Museum einen Großteil ihres künstlerischen Nachlasses. Mit seinen seit Beginn der 1950er Jahre entstandenen Arbeiten zählte Bernard Schultze zu den Pionieren des Informel in Deutschland. Das groß angelegte Werkformat war für sein Spätwerk ein zentraler Aspekt. Es stellt den substanziellen Bezugspunkt für die zu den Schultze Projects eingeladenen Künstler*innen dar.
Bewertungen & Berichte Schultze Projects #5:
Jana Euler
Ausstellung
Sammlung des Museum Ludwig
Expressionismus | Russische Avantgarde | Picasso | Bauhaus | Dada und Surrealismus | Nouveau Réalisme und Fluxus | Pop Art | Grafische Sammlung | Fotografische Sammlungen
Die Sammlung des Museum Ludwig setzt mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein und beinhaltet die wichtigsten Stationen und Positionen der Moderne.
Ein Grundstein für den Bestand war die Sammlung Josef Haubrich. Der Kölner Rechtsanwalt schenkte dem Museum 1946, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, Kunstwerke der Expressionisten und anderer Vertreter der Klassischen Moderne. Darunter befinden sich Meisterwerke von Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, August Macke, Otto Müller, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner und Marc Chagall. Weitere Werke von Willi Baumeister, Max Beckmann, Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Henri Matisse und Ernst Wilhelm Nay konnten in der Folgezeit als Stiftung, Schenkung oder Leihgabe gewonnen werden.
Die Schenkung von Peter und Irene Ludwig aus dem Jahre 1976, die zur Gründung des Museum Ludwig als erstem Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts in Köln führte, beinhaltete die außerhalb der USA umfassendste Sammlung amerikanischer Pop Art. So gelangten Hauptwerke von Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, James Rosenquist, Claes Oldenburg, George Segal, Tom Wesselmann u.a. ins Museum Ludwig. Aber auch die abstrakte amerikanische Malerei ist mit Werken von Mark Rothko, Ellsworth Kelly, Morris Louis, Frank Stella u.a. im Museum Ludwig vertreten.
Außerdem gab das Ehepaars Ludwig seine Sammlung Russischer Avantgarde als Dauerleihgabe an das Museum mit einzigartigen Werken aus der Zeit zwischen 1905 und 1935 von Künstlern wie Kasimir Malewitsch, Ljubow Popowa, Natalia Gontscharowa, Michail Larianow und Alexander Rodtschenko. Sie ist heute, mit über 600 Arbeiten, die wichtigste öffentliche Sammlung russischer Kunst im Westen.
Zudem befindet sich im Museum Ludwig die weltweit drittgrößte Picasso- Sammlung nach Barcelona und Paris. Rund 900 Werke aller Gattungen, Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken und Keramiken geben einen Überblick über alle Schaffensphasen und Techniken des Jahrhundert-Künstlers; ein Schwerpunkt liegt auf den letzten Schaffensjahrzehnten. Durch drei Schenkungen von Peter und Irene Ludwig, die letzte anlässlich der Wiedereröffnung 2001, ist die komplette Sammlung inzwischen in den Besitz des Museums übergegangen.
1977 war das Gründungsjahr der Fotoabteilung des Museum Ludwig, die heute zu den ältesten und renommiertesten an einem Museum moderner und zeitgenössischer Kunst zählt. Zum Bestand an historischer Fotografie zählen die frühesten Daguerreotypien aus Berlin, Reisefotografien aus Ägypten und Schottland aus der Mitte des 19. Jhs, eine der ganz seltenen Stammmappen von August Sander aus dem Jahre 1927 und über 300 Künstlerporträts von Hugo Erfurth. Durch den Ankauf der Sammlung Agfa im Jahr 2005 verfügt das Museum Ludwig über eine bedeutende Kollektion zur Kulturgeschichte der Fotografie, die zum ‚Nationalen Kulturgut‘ zählt. Die fotografische Sammlung ist in den letzten Jahren aber auch in die Gegenwart geführt worden durch bedeutenden Ankäufe und Schenkungen von Arbeiten von Andreas Gursky, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans, Christopher Williams, Sanja Iveković und Sherrie Levine um nur einige zu nennen.
Die Grafische Sammlung des Museum Ludwig beherbergt rund 3000 Unikate auf Papier - d.h. Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Collagen, usw. - und fast 10.000 Druckgrafiken, Bestände, die vorwiegend wohlwollenden Förderern zu verdanken sind. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Expressionismus.
Durch die Schenkung von Peter und Irene Ludwig gelangten Picassos Suite Vollard, Suite 345 und Suite 156 vollständig ins Museum Ludwig. Künstler der Pop Art und der Russischen Avantgarde sind auch in der grafischen Sammlung mit prominenten Arbeiten vertreten. Die Sammlung wird durch Ankäufe und Schenkungen, zuletzt von David Shrigley und Georg Baselitz stets weiter in die Gegenwart geführt.
Seit den 1970er Jahren hat sich der künstlerische Videofilm neben den klassischen Sammlungsschwerpunkten zum eigenständigen medientechnischen Sammlungsbereich der Museen des 20. Jahrhunderts etabliert. Das Museum Ludwig begann ebenfalls sehr früh Videokunst zu sammeln und verfügt über wichtige Werke der ‚Pioniere‘ dieser Kunstform wie Nam June Paik, Marina Abramovic, Bruce Nauman oder Joan Jonas. Alle Tendenzen von Video und Film sowie Medienkunstinstallationen werden zusammengetragen und um aktuelle Werke von beispielsweise Aernout Mik, Mike Kelly, Guy Ben-Ner und Jeanne Faust erweitert.
Ausgangspunkt für die Fortführung der Sammlung in die Gegenwart war die Präsentation „Museum unserer Wünsche“ 2001/2002 in der zeitgenössische, aber auch historische Positionen im Kontext der ständigen Sammlung gezeigt wurden. Diese Präsentation setzte Signale der Neuausrichtung der Sammlung, zu der auch die Einbindung der Fotografie und Medienkunst in die zeitgenössische Kunst gehört.
Führungen für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Schulklassen
Wir bieten öffentliche und individuelle Führungen zu den aktuellen Ausstellungen für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Schulklassen.
Familienführungen
Der Museumsdienst bietet mit der Reihe „Für Kinder und Eltern" Führungen für Kinder ab 6 Jahren mit oder ohne Begleitung der Eltern an.
Die Familienführungen sind für Kinder bis 7 Jahre mit ihren Eltern geeignet.
Die Kinderführungen richten sich an Kinder ab 8 Jahren, die Eltern können sich in der Zwischenzeit im Museum umschauen.
Treffpunkt an der Kasse, Teilnahme für Kinder kostenlos, Erwachsene zahlen den regulären Museumseintritt.
Individuelle Führungen
Sie können jederzeit auch private Führungen bei uns buchen. Wir stehen Ihnen für Rückfragen und Beratung gern zur Verfügung.
Information und Buchung beim Museumsdient Köln:
E-Mail: service.museumsdienststadt-koeln.de
Führungen für Erwachsene: 0221 221 27380
Führungen für Schulklassen: 0221 221 23468
Fremdführungen
Alle Gruppen, die keine Führung über den Museumsdienst Köln gebucht haben, sind angehalten sich beim Museumsdienst Köln als Fremdgruppe anzumelden. Die Fremdführungsgebühr beträgt 25 Euro pro Gruppe in allen Sonderausstellungen des Museum Ludwig. Bei Besuch der Sammlung fällt keine Fremdführungsgebühr an. Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir auch hier um Voranmeldung.
Wir bitten auch Schulklassen, die sich in Eigenregie die Sonderausstellungen oder die Sammlung ansehen möchten, sich anzumelden. Schulklassen zahlen keine Fremdgruppengebühr.
Entdecken, Erleben und Mitmachen stehen bei unseren Veranstaltungen für Kinder im Vordergrund!
Der Museumsdienst veranstaltet jeden Samstag unter dem Titel MuseumKinderZeit eine Werkstatt für Kinder zwischen 5 und 7 bzw. ab 8 Jahren, immer in einem anderen Museum. Erwachsene müssen allerdings draußen bleiben. Aber vielleicht bekommen sie ja die Ergebnisse geschenkt.
Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldung bis zum jeweiligen Donnerstag vor der Veranstaltung. Dies ermöglicht einen sicheren Platz.
Wir bitten um Verständnis, dass nicht angemeldete Kinder keine Garantie für eine Teilnahme haben, da die Werkstattplätze begrenzt sind.
Bitte Kittel mitgeben bzw. unempfindliche Kleidung anziehen.
Roy Lichtensteins "Maybe", Andy Warhols "Brillo Boxes" oder George Segals „Restaurant Window“, Ikonen der amerikanischen Pop Art, waren gerade vollentdet, als sie 1969 als Leihgabe ins Wallraf-Richartz-Museum einzogen. Die Werke stammen von Peter und Irene Ludwig, die die größte Pop Art Sammlung außerhalb der USA zusammengetragen haben.
Durch die Schenkung von rund 350 Werken moderner Kunst des Ehepaars Ludwig wurde 1976 das Museum Ludwig gegründet. Es sollte als erstes Museum in Köln Kunst der Gegenwart ausstellen. Neben der Pop Art gaben die Ludwigs noch eine umfangreiche Sammlung der Russischen Avantgarde aus der Zeit von 1906 bis 1930 sowie ein Konvolut von mehreren hundert Arbeiten Pablo Picassos als Dauerleihgabe in das neue Museum. Die Werke Picassos sind in zwei großzügigen Schenkungen 1994 und 2001 inzwischen in den Besitz des Museum Ludwig übergegangen.
Die moderne Abteilung des Wallraf Richartz-Museums mit der Expressionisten-Sammlung des Kölner Juristen Joseph Haubrich bildete die Basis für die Sammlung zeitgenössischer Kunst und wurde ebenfalls in das Museum Ludwig integriert.
Das Museum sammelte konsequent weiter zeitgenössische Kunst. Das jüngste Werk war immer erst ein paar Monate alt. So gelangten auch deutsche Kunst der 70er und 80er Jahre sowie internationale Tendenzen und Installationen der jüngeren Avantgarde ins Museum Ludwig.
1986 wurde das Gebäude zwischen Dom, Rhein und Hauptbahnhof eröffnet. Es beherbergte das Wallraf-Richartz Museum, das Museum Ludwig und die Philharmonie. Im Januar 2001 zog das Wallraf-Richartz Museum in einen eigenen Bau und die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart hat nun ca. 8000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung.
Seit November 2000 ist Kasper König Direktor des Museum Ludwig. Sein Name steht für Großausstellungen wie "Westkunst", "von hier aus" und "skulptur.projekte Münster". Er will das Museum Ludwig international positionieren und einen Dialog zwischen Besuchern und Kunst ermöglichen. „Das Museum soll nicht besucht, sondern benutzt werden, denn es gehört allen und keinem“.